00:00:05: Herzlich willkommen
00:00:06: bei Stocksteif
00:00:07: und Brüder, dem Klassik-Podcast.
00:00:10: Hallo!
00:00:11: Hier ist Stockstein von Brüde mein Name ist Janek und heute bei mir sind ...
00:00:17: Johanna
00:00:18: Und Thomas
00:00:20: Und gerade in diesem Moment kommt unser Gast die Tür heranheben.
00:00:24: Das ist der Sam und den holen wir gleich dazu.
00:00:26: Sag mal hallo Sam.
00:00:29: Ihr werdet gleich noch mehr von Sam hören und mehr über Sam erfahren.
00:00:32: Sam ist unsere Bassklarinette im Orchester Und macht auch noch ganz viele andere spannende Dinge.
00:00:39: Wo er gerade reingekommen ist, ist der Open Space Container, der OSCO im Platzprojekt in Hannover.
00:00:46: Super spannendes Projekt hier.
00:00:48: so ein Riesengrundstück auf dem ganz viele Container stehen schon seit vielen Jahren und alle möglichen Selbstverwirklichungsprojekte und Spaces und was weiß ich was entstanden sind finde ich super cool das wir mal hier sind.
00:01:02: Ja, wir sind die absoluten Podcast-Nomaden.
00:01:04: Wir nehmen irgendwie so selten am selben Ort auf... ...deswegen mal wieder ein besonderer Ort!
00:01:09: Aber wirklich diesmal!
00:01:12: Was ich erkannte?
00:01:12: dir das Platzprojekt vorher schon?
00:01:14: Ich war hier mal vor über dreizehn, vierzehn Jahren und es hat sich komplett verändert.
00:01:19: Gibt's das schon?
00:01:19: Nein, das gibt es nicht so lange.
00:01:22: Damals war das noch alles im Aufbau und ziemlich rough und ziemlich punky.
00:01:26: Und jetzt ist es total gewundert weil es natürlich total... irgendwie alternativ und total spannend, was hier so an Initiativ ist.
00:01:36: Aber es ist halt irgendwie auch total gepflegt habe ich den Eindruck und irgendwie steckt da sehr viel auch
00:01:44: cooles
00:01:45: produktives Schaffendrinnen und Leute die da wirklich irgendwie nicht nur irgendwie spinnen sondern tatsächlich auch ja das sehr gut hochwertig alles umsetzen und so.
00:01:58: Das fand ich jetzt krass, ja!
00:01:59: So ein krasser Holzfußboden zum Beispiel drin ist mir direkt aufgefallen.
00:02:03: Stimmt das?
00:02:04: Wunderschön!
00:02:05: Krass wirklich so schöne alte Holzdielen wo die wohl mal waren.
00:02:09: Ja ich glaube es auf jeden Fall sehr auch ein sehr erfolgreiches Projekt.
00:02:12: Ich glaube es ist auch sehr bekannt in der Szene sozusagen und ich glaube deswegen und da sieht man hier glaube ich auch daran auch so erfolgreich war es sich geschafft hat quasi zu institutionalisieren Strukturen rauszubilden, die das ganze eben hier auch managen und pflegen.
00:02:30: Und Strukture, die dem Ganzen helfen auch über so ein wir machen mal irgendwas hinaus zu kommen.
00:02:36: also und das sieht man super.
00:02:39: Es gibt so viele Projekte in der Art jetzt irgendwie aus diesem frickligen Bastel liegen bisschen rumpelig nicht so richtig rauskommen und dann weiß ich nicht vermüllt es dann nur noch und irgendwann kümmert sich da keiner drum.
00:02:50: Ich war Ich bin glaube ich das erste Mal tagsüber hier.
00:02:54: Ich war sonst immer nur abends oder nachts für Partys, ja?
00:02:57: Und es ist ja richtig schön!
00:02:58: Es
00:03:00: sind auch richtig schöne Flohmärkte immer hier und so... Also das ist auch mega cool mit Kids sondern dann ist da ein bisschen Live-Musik.
00:03:06: also einfach auch so sehr guter Ort.
00:03:09: Es gibt einen Massagecontainer zum Beispiel.
00:03:11: Wie Thomas schon sagte, gibt's ja Container für alles Mögliche.
00:03:14: Die MassageContainer fand ihr irgendwie
00:03:16: witzig.
00:03:17: Die wurde heute Morgen auch schon ordentlich geklampft und gesungen
00:03:23: Und wir haben uns getroffen, um mit dem Leitungsteam alle möglichen Dinge zu besprechen und die nächsten Jahre.
00:03:31: Deswegen sind wir auf dem Platz Projekts und haben gedacht, wenn wir schon mal hier sind nehmen wir gleich den Podcast auf.
00:03:43: Herzlich Willkommen Sam.
00:03:44: Hallo ihr drei!
00:03:45: Schön dass ich da sein kann.
00:03:46: Wir haben Thomas jetzt einmal rausgeschmissen und Sam hat seinen Stuhl eingenommen
00:03:50: Ja und sollen ganz liebe Grüße von ihm auch nochmal ausrichten.
00:03:54: Ich liebe es.
00:03:54: Wir haben immer wieder Orchestermitglieder zu Gast und ich finde es richtig spannend, weil mir fällt bei solchen Sachen immer auf... Also du spielst bei uns im Ensemble-Bastlarinette und bei solchen Samen auch als wir Güster hatten mit der Oboe oder Tine mit der Flöte fällt mir dann immer auf so okay, ich habe Musik studiert und sowas.
00:04:13: aber wie funktioniert eine Obohe?
00:04:15: Wie funktioniert eine Flöthe?
00:04:17: weiß man vielleicht noch ein bisschen?
00:04:18: Ich hab keine Ahnung!
00:04:19: Wie funktioniert ne Bastlarinett?
00:04:20: Die haben noch weniger Ahnung.
00:04:23: Also eine Bassklarinette ist, wie der Name schon sagt, eine Klarinette.
00:04:27: Sie gehört zu den Einfachrohrblattinstrumenten also halb so viel Rohr wie eine Obuhe und im Prinzip es ist eine lange Röhre.
00:04:36: und wenn ich an Grundschulen immer die Klarenette erkläre, so ein Takt auf einem Tür, das ist ja da vorne klappert einfach ein Stück Bambus ganz schnell und das macht den Ton und das erklärt eigentlich so'n bisschen wie die Tonerzeugung funktioniert.
00:04:50: Und dieses Einfach-Rohr das beschreibt vorne das Mundstück, wo die Luft reingeblasen wird.
00:04:55: Bei einer Obo ist es deswegen, sagst du doppelt so viel Rohr weil das so von zwei Seiten...
00:04:59: Genau.
00:05:00: also die Oboisten bauen sich ja ihr ganzes Mundstuck im Prinzip selbst.
00:05:04: und und jetzt Klarenetistin oder auch Saxonistin gibt es dann immer so Die Suche nach dem perfekten Mundstücken Und dass kann Jahrzehnte dauern.
00:05:15: Ich habe auch Kollegen oder eigentlich einen Kollegen der alle sechs Monate das perfekte Mundstück hat.
00:05:24: Und alle sechs Monate ist es ein neues, bestes, perfektes Mundstuck.
00:05:28: Aber das Mundstuk ist nicht das Blatt, ne?
00:05:31: Also der hat dann dieses Bambusrohr oder was wahrscheinlich nicht aus Bambuss ist.
00:05:34: aber und das Mund-Stück ist das wo man so rein steckt... Genau!
00:05:38: Das Mundstuch ist quasi jetzt wenn man die Hand so vormt wie eine Mandel und dann die andere Hand flach drauf legt.
00:05:47: Dann ist die Flannt, die flachdrauf liegt, wer das Blatt und diese etwas leicht mandel geformte Handfläche wäre dann eben das Mundstück.
00:05:57: Und die Blätter muss man relativ oft austauschen.
00:06:00: je nachdem wie pfleglich man mit seinen Blättern umgeht können es fünf Minuten sein wenn man's gegen die Tischkante rammt aber es kann auch unter ein halbes Jahr halten wenn man es gut pflegt.
00:06:11: Und genau das Blatt ist kein Bambus, sondern ein Schilfrohr mit dem Namen Arundodonax.
00:06:17: Das wächst tatsächlich eigentlich ausschließlich in Frankreich und Argentinien.
00:06:23: Eih!
00:06:24: Spannend.
00:06:24: Okay krass.
00:06:25: Sag mal du spielst ja ausschliesslich Baslernig.
00:06:28: Also du hast dich oder meistens, du hast sich auf jeden Fall krass spezialisiert?
00:06:33: Weil im Vergleich zu vielen anderen eher
00:06:37: so einen
00:06:38: Zusatzinstrument für viele kleine Tisten.
00:06:41: Genau im Orchester, so dass dann jeder klassische Aufbau ist ja meistens zweite oder dritte Klarinette mit Verpflichtung zur Bassklarinette.
00:06:48: Nicht das man sich das aussuchen könnte.
00:06:49: Nein es ist hier die Verpflichtungen!
00:06:52: Für mich war es allerdings dann doch sehr anders.
00:06:54: Ich habe zum ersten Mal eine Bassklarinette im Konzert gehört, den Ken Wendemark aus Chicago mit einem Free Jazz Quintet und mir gedacht das ist mein Instrument.
00:07:06: Das sieht irgendwie völlig anders aus als alles was ich jemals gesehen habe und es hat ein Sound von warm tief bis hoch kreischend und das ist meine Instrument Auch in der ganzen Zeit im Orchester, ich glaube die Anzahl an den ich im Orkest am Treppenhaus Klarenette gespielt habe kann ich an einer Hand abzählen und hab auch für mich festgestellt sollte ich mal angefragt werden Klarenettiche zu spielen.
00:07:34: Ich muss so viel üben!
00:07:36: Ich muss quasi sechs Wochen lang vorher einen Instrumenten nochmal neu lernen mit der Bassklarenette.
00:07:42: Ich nehme sie in die Hand und sie spielt eigentlich von selbst.
00:07:44: Ist der Unterschied?
00:07:47: Der Unterschied so groß wird zum Beispiel zwischen Geige und Bratsche?
00:07:52: Ich kenne jetzt wenig Bratschisten oder Geigerinnen, die das andere Instrument spielen.
00:08:00: Ich könnte es gar nicht sagen... Sollte
00:08:02: ich voll die Streicherperspektive diese
00:08:03: Frage zu stellen?
00:08:04: Ja, ja!
00:08:04: Die kann man glaube ich nicht so richtig überkennen.
00:08:06: Weil ich meine keine Ahnung drückt mir eine Geige in die Hand und ich komme schon irgendwie klar….
00:08:09: Aber
00:08:09: du hast auch mal Geige gespielt
00:08:11: ne?!
00:08:12: Das ist ja zwanzig
00:08:13: Jahre her fast.
00:08:16: Aber ich
00:08:18: könnte mir schon vorstellen, dass es so ein bisschen ähnlich ist vor allem aus der Richtung.
00:08:21: Wenn man schon mal das andere Instrument auch gespielt hat dann ist es sozusagen diese Eingewöhnungsphase die man immer wieder braucht um sich an das andere Instrumente zu gewöhnen.
00:08:30: aber man hat das ja irgendwann schon mal gespielt oder auch schon mal
00:08:32: benutzt.
00:08:33: Sind die Griffe gleich?
00:08:34: Die Griffe sind an sich gleich.
00:08:36: also die Bassklarin hat halt ein paar Klappen mehr Und gerade in der ganz Tiefen und ganz hohen Lage gibt es dann doch noch mal andere Griffe, weil die Physik der verschiedenen Rohrdurchmesser dann doch so unterschiedlich ist.
00:08:50: Also wenn ich jetzt sehr lange irgendwie wieder Kläronette gespielt habe für ein Projekt und dann wieder auf die Bastleronette wechsle, dann ist so den ersten zwei drei Tagen sitzt dann mal so einen OSG völlig woanders und das ah ne moment ich bin ja wieder auf dem Instrument und dann geht's auch wieder.
00:09:06: Ja, was ich irgendwie so spannend finde auch so wie du bei uns im Orchester so eingesetzt bist und so.
00:09:11: Also normalerweise genau wie du gesagt hast, so Baskarinette ist halt ein Zusatzinstrument Und ehrlich gesagt, ich finde es so krass nimmt man das da dann gar nicht so richtig wahr.
00:09:22: Aber irgendwie find' ich's halt so spannend dass du bei uns eigentlich immer eine total exponierte Rolle auch dadurch irgendwie hast.
00:09:28: also keine Ahnung wenn man dich jetzt bei Disco erlebt hat oder so wie viele Soli und wie viele krasse Momente du da immer mit der Basslein hinterhast?
00:09:35: Oder auch bei Kult aus dem Mitte vom Raum und dann immer so... Also auch viel ja Solo-Stücke oder irgendwie so Sachen die halt so.
00:09:43: Ja, und das finde ich irgendwie so cool und interessant.
00:09:46: Weil man das jetzt erstmal nicht der Bastlerinette zuschreiben würde.
00:09:50: Und ich finde es machst du ein bisschen daraus auch oder?
00:09:53: Das ist ganz interessant!
00:09:54: Also erst mal Danke für dieses vieler Lob.
00:09:59: Ich glaube dass hat auch oft was mit der Tradition zu tun also die Spielern französisches System Was ja eigentlich relativ ungewöhnlich ist für jemanden der in Deutschland professioneller Clarinette spielt Und die deutsche Bassklarinette, die auch ich würde sagen ein völlig anderes Instrument als eine französische Bassklerinette ist.
00:10:17: Die klingt auch wie ne große Klarinette so.
00:10:19: die fügt sich auch in nem Orchester-Satz ganz anders ein.
00:10:22: sie hat einfach ne völlig andere Klang-Rakteristik wenn man jetzt irgendwie sich ne Wagner-Ding dem wie Bassklaarinette besetzt ist.
00:10:32: So ne deutsche Bassklarnette die schnurrt da einfach ganz anders.
00:10:36: und die Französische Ganz, ganz großen Platz auch in der improvisierten Musik im Free Jazz und eine ganz andere exponiertere Rolle als Solo Instrument.
00:10:52: Woher kommt das?
00:10:54: Kannst du das nachzeichnen?
00:10:56: oder ist es literatur- oder traditionsbedingt?
00:10:59: Also es kommt... Zum Teil aus den frühen Arrangements von Duke Ellington und Porgy and Best, das dort sehr exponierte Bassklarinettenparts auch in diesen frühe Musicals drin waren.
00:11:13: Und aus der Tradition auch der amerikanischen Militärband so oft Basskharinetten als Marching-Instrumente... Ja!
00:11:24: dabei waren.
00:11:24: Aber zusammen mit Klarinetten?
00:11:26: Zusammen mit Klarinetten, aber auch dann mit höheren Flügel oder Posaun möglichen und gerade in den vierzigern durch die Fertigung mit so Kompositekorpus also aus.
00:11:39: quasi eine Plastik-Klarinette haben sie da gebaut.
00:11:42: Die konnten sich halt industriell in den USA sehr günstig herstellen und deshalb gab es da immer einen großen Durchgang an Bassklarenetten, diesen Militärbands und sozusagen der Markt wurde dort überschwemmt mit günstigen Bassklarenetten.
00:11:56: Und deshalb war das eigentlich sehr schnell möglich in den USA eine Bassklarinette zu kaufen.
00:12:03: Und dadurch ist sie halt oft ja gerade eben durch den Bereich der African American Music durch Arthur Songloff Chicago hat sich die Bassklarnette dann quasi nochmal neu etabliert als Instrument in der improvisierten Musik.
00:12:16: Das ist aber in Deutschland noch nicht so viel, oder?
00:12:21: In Deutschland geht's.
00:12:22: Also es gibt quasi wenn man nur einmal kurz über die Grenze überschaut nach Großbritannien – äh nicht der Großbritanien, das andere Königreich Niederlande!
00:12:33: In Niederlands gabs mit Harris Barney in Amsterdam quasi den ersten baskelar netten Professor Europas und quasi fast jeder Basklarnetistin in Europa kann irgendwie die eigene Linie auf diese Person zurückverfolgen.
00:12:49: Also für mich war quasi mein Basklernettenlehrer bei Claudio Puntin und Claudio Puntin hat bei Henry Bock studiert, und Henry Bock bei Harris Barney also sozusagen es gibt quasi von.
00:13:00: aus Amsterdam hat sich quasi die Basklarinette so ihren Siegeszug in der zeitgenössischen Musik quasi angetreten.
00:13:08: Du machst ja auch im Orchester irgendwie noch sehr viel ... anderen Kram.
00:13:16: Grab ohne Wertung?
00:13:18: Sämme ist so ein Friklar, der macht alles wirklich!
00:13:20: Wir haben so paar Friklern aus dem Haus.
00:13:21: Eigentlich müssen wir Konrad einladen im Podcast, das ist auch so ein Friklar für dich.
00:13:25: Aber ganz anders wie es wäre.
00:13:26: Aber
00:13:26: Konrad sinkt nicht unter der Dusche
00:13:28: an... Oh, das war... Ja, Entschuldigung.
00:13:31: Aber wenn wir dich jetzt einmal hier da haben, Sam ist für mich, ich hab bestimmt schon mal erzählt im Podcast, aber Sam is für meinen absoluten Lieblings-Nordenei-Moment verantwortlich!
00:13:41: Ihr wart alle nicht da, ihr habt das Beste verfasst.
00:13:45: Wir haben ja auf Nordenei bei unserem Zizonsfestival ein Konzert in Baderhaus in dieser sehr schönen Terme Und da warst du, glaube ich auch fast jedes Mal mit dabei und hast halt einfach Baslainette gespielt oder irgendwie dir irgendwas überlegt mit Elektronik.
00:14:04: Irgendwie kam so ... Über vier Ecken kam es dann zu mir ja, Sam würde gerne beim Badekonzert einen Saunaaufguss machen.
00:14:14: Und ich so, geil!
00:14:16: Ja, cool.
00:14:17: So einen musikalischen Saunaaufguss mit so Musik und so... Ich bin so vorgestellt dann bringst du ein paar Klangeschalen mit und vielleicht spielst du auch da drin was Klarinette?
00:14:26: Und habe ich mir so richtig richtig toll vorgestellt.
00:14:29: und dann so ein paar Tage vorher weil Sam deine Musik und eine Kunst sehr super vielfältig und manchmal hab' ich ein bisschen Angst davor.
00:14:40: Jetzt kann ich es dir ja sagen!
00:14:41: Aber ja ein bisschen angster vor Wenn ihr Angst habt, das Publikum checkt es nicht.
00:14:45: Wundertüte!
00:14:46: Ja,
00:14:47: wundertüze aber im Positiven.
00:14:50: und dann kam die Nachricht zu mir... Ja, das wird kein musikalischer Aufguss.
00:14:55: Ich hab nicht ohne Instrument.
00:14:57: Sondern nach einem Konzept von John Cage und diese fünfzehn Bilder ... Du kannst es gleich richtig sagen!
00:15:04: Und dann war das wieder so ein Moment, wo ich dachte, Scheiße, gib mir ne Schaufel, ich grabe mich in den Boden ein.
00:15:09: Ich bin mir nicht sicher ob ich das ... Weil das Norderneyer Publikum ist ganz toll aber auch ganz speziell... Und nicht so kulturaffin.
00:15:19: Die kommen durch uns.
00:15:21: Ganz oft kommen da Leute das erste Mal mit so ein bisschen weirden Aspekten der Kunst in Berührung, die was aus einem rauskitzeln wollen sollen.
00:15:31: Und dieser Saunaaufguss!
00:15:33: Was zum Teufel?
00:15:36: Auf jeden Fall ich saß da drin... In der allerersten Vorstellung, du hast ja irgendwie vier Saunaaufgüsse gemacht.
00:15:41: Ich habe nicht mitgespielt, sondern saß da drin und hab zugehört... Du kommst rein nur mit Saunatuch!
00:15:47: Und ich weiß nicht mehr genau was das erste war, was du gemacht hast.
00:15:49: aber im Prinzip bist du einmal reingekommen?
00:15:53: Hast vielleicht etwas gesagt, ich bin mir aber nicht sicher und dann bist du wieder rausgegangen.
00:15:58: Tür wieder zugemacht Es war alles Teil der Performance und dann hat sich das so ging das so von einem zum anderen so richtig wehre Sachen.
00:16:06: Und ich war ganz lange die ersten zwei Minuten.
00:16:09: war es wirklich so okay scheiße.
00:16:11: Das haben wir da gemacht, dass das versteht keiner ist doch nichts.
00:16:18: Irgendwann haben's alle verstanden, es ging relativ schnell.
00:16:20: Uns haben alle gelacht, weil man hat gecheckt, okay, man darf lachen!
00:16:25: Also mein zweitliebster Moment war ... Du hast auf deinen verschwitzten Bauch rumgetrommelt also... Irgendwie den Bolero getraut.
00:16:33: Und der allertollste Moment war, es wirklich hat sehr gut funktioniert.
00:16:38: Das ganze Leute haben's geliebt.
00:16:40: Als das dann vorbei war, ist die Tür offen gelassen, standes Splitterfaser nackt unter der eiskalten Dusche, wurde es mit Wasser überschwollen und hast ... laut, stark mit im Brunst und fast war toll und falsch gesungen unter der Dusche.
00:16:56: Nackig!
00:16:58: Wirklich einer meiner Lieblingstreppenhaushomente überhaupt.
00:17:01: Schön dass dieses Ensemble solch Möglichkeiten gibt
00:17:04: sich auszudrücken
00:17:05: oder?
00:17:06: Wer hat das bei seinem Arbeitgeber?
00:17:09: Sam was... Was
00:17:11: war da los?
00:17:12: Was war denn
00:17:13: dein Kopf
00:17:14: los?!
00:17:14: Was war in meinem Kopf los?
00:17:18: Oh Gott wie fange ich da an?
00:17:20: also Ich habe ein großes Fable für John Cage.
00:17:23: Also, John Cage ist für mich ein Konzeptdenker mit dem ich groß geworden bin und der sozusagen mich so ab sechzehn eigentlich einen sehr, sehr essenziell darüber war wie ich über Kreativität denke und über Genauigkeit und über Grenzen.
00:17:50: Legt man halt irgendwann grenzenfest und dann legt man irgendwann neue Grenzen fest.
00:17:55: Und naja, aber vielleicht im konkreten Fall von John?
00:17:59: Also ich glaube viele Leute kennen vielleicht so wie heißt es vier Minuten dreißig, drein-dreißig was schon gar nicht mehr?
00:18:05: Genau!
00:18:05: Vierdrein-Drei-Sich.
00:18:06: Vier-drei-N
00:18:06: Dreißig also das kennen wahrscheinlich das vielleicht das bekannteste Werk von John Cage Das ist einfach vier Minuten drei-N Drei-sich.
00:18:13: Genau, vier Minuten Drei N Dreißzig keine Performance auf der Bühne ist quasi ein Stück, was das Höhrenschulen soll für die Umgebung und einfach Kunst als etwas definiert.
00:18:25: Was einen zeitlichen Rahmen hat in dem etwas passiert.
00:18:30: Stille!
00:18:32: Naja, aber es ist dann ja keine Stille.
00:18:33: Weil der Nachbar furzt und irgendwie draußen hat man einen Krankenwagen vorbeifahren.
00:18:38: Also das ist ja nie die absolute Stille!
00:18:40: Und ich glaube von diesem Stück diese Grundidee ist einfach wenn wir einen Zeitraum als Musik definieren wird alles was dort passiert zu Musik.
00:18:50: Aus dem Gedanken heraus gibt es von John Cage die sogenannten Songbooks.
00:18:54: Das sind sixundneunzig Soli für eine Performerin mit Stimme Und zum Beispiel ein Solo und das sind quasi alles Aktionen, die mit oder ohne Stimme.
00:19:08: Mit oder ohne Elektronik?
00:19:09: Mit oder Ohne theatrale Performance funktionieren... ...und ein Stück ist eben Verlasse Die Bühne.
00:19:16: Oder ein anderes Stück ist Renner auf die Bühnen!
00:19:19: Das war auch mein Einstieg in die Sauna.
00:19:23: Die
00:19:23: Büne?!
00:19:23: Genau ich stehe ja vorne als Saunasolist Meisterin!
00:19:31: Und alle gucken mich an und wollen ja irgendwas von mir.
00:19:34: Dann sagen sie, klar ist das eine Bühne, dann kriege ich erstmal weg und komme erst mal wieder!
00:19:39: Ein weiteres Stück in den Songbooks sind die sogenannten Number Pieces, dass man sich vierundsechzig Aktionen zurechtlegt... ...und dann gibt es einen Zeitplan mit Plus- und Minus,... ...dass man alle vierundsächze Aktione einer bestimmten Reihenfolge tun soll.... irgendwie mehr als vorher.
00:19:59: Also wenn ich zum Beispiel einfach nur einmal auf meinem Bauch schlage, dann ist es an wegen Aktionen ein und dreißig plus wäre dann dass sich drei mal auf mein bauch schlagen.
00:20:11: Und Minus wäre dann eben das Gegenteil, dass es irgendwie weniger wird.
00:20:15: und ich habe eine Liste von vielen sechzig Aktion in mir aufgeschrieben Sprühe Wasser auf den heißen Stein, Tropfewasser drauf.
00:20:25: Schüttewasser auf den Stein sind ja verschiedene Zischgeräusche.
00:20:30: Paddele mit der Saunakelle durch die Sauna.
00:20:34: Das war auch so ein ... das war einer der Momente wo alle da ... Wo es dann irgendwie los ging, wo man in der Sauna gemerkt hat so ich glaub's erlaubt zu lachen!
00:20:45: Und in diesen Songbooks gibt es eben auch verschiedene Lieder über Anarchie Und John Cage war ja so ein Feldwald- und Wiesenanarchist, der vor allem durch das Buch Walden von Henry David Thoreau sozusagen sehr viel in seiner Idee von Freiheit mitgenommen hat.
00:21:06: Ein Teil meines Abends dort in der Sauna war eben auch einen Fünfzehn Slides über Henry David Thorow also quasi ein Schnellvortrag über diesen Schriftsteller und anarchistischen Denker.
00:21:19: Und draußen unter der Dusche habe ich dann, The best form of government is no government at all gesungen quasi eins dieser Sanktsoli aus diesen Songbooks.
00:21:30: Wie lange hast du dieses Konzept?
00:21:32: Also ist das so... Du hast irgendwie so eine Idee und dann machst du so ne halbe Stunde und hast dann diesen Plan und es klingt ultra aufwendig um ehrlich zu sein!
00:21:45: Das Erste also wird ja umso aufwendiger, wenn man es nicht so oft getan hat.
00:21:50: Also diese Songbooks begleiten mich jetzt schon seit fünfzehn Jahren.
00:21:54: Das heißt über fünfzehnt Jahre habe ich die immer wieder benutzt für Performances auch in Workshops mit Schülerinnen und Studentinnen.
00:22:03: Und deshalb irgendwann bekommt man mehr so ein Drive das es ein bisschen schneller wird sich diesen Dingen zu widmen.
00:22:12: Ich glaube für dieses Konzept habe ich zwei Tage gebraucht um das quasi alles einzurichten und auch zu proben.
00:22:20: Ich meinte eigentlich, aber das nicht als ich jetzt eingeführt habe, dass Sam sehr oft noch eine andere Rolle in unserem OK-Zimmer nimmt.
00:22:27: Aber geile Story auf jeden Fall!
00:22:29: Und hat uns vielleicht schon so ein bisschen reingeholt in die Denkweise von dir?
00:22:34: Was ich ja bemeintet du hast es vorhin in so einem Nebensatz erwähnt, dass sam eben ganz viel und oft mit Elektronik mittlerweile dabei ist und ich glaube der erste Moment wo das tatsächlich war war auch offen oder nein Erinnere ich mich zumindest so.
00:22:47: Das war in der Inselkirche dort ein Abend, wo du alleine meinst mit damals hieß sie wahrscheinlich noch nicht Francis aber dem Programm also eigentlich ein KI-Programm mit dem Du musizierst Und es hat uns alle übrigens geflasht und irgendwie.
00:23:06: seitdem kommt das immer wieder vor in unseren Programmen.
00:23:09: Und irgendwie so, ich weiß nicht du hast ja dich auch da wahnsinnig weiterentwickelt und arbeitest ganz viel mittlerweile damit.
00:23:16: Ja also dass ist auch noch so ein Riesenteil von deinem künstlerischen Schaffen oder?
00:23:20: Auf jeden Fall!
00:23:21: Ich glaube das Programm hieß damals Wahlgesänger und ich habe das mal nicht mit Robin zusammen gespielt.
00:23:26: wir haben du mit Elektronik gemacht.
00:23:31: Ja, du hast schon das Bösewort KI gesagt.
00:23:37: War falsch?
00:23:38: Nein!
00:23:39: Ich finde es ist ja ein böses Wort weil das ganz oft damit gleichgesetzt wird dass eigentlich diese Monopolstellung von large language models von Firmen wie Enthropic oder Open AIS und Eigentlich, wenn man sich in die Musikgeschichte elektronischer und algorithmischer Musik schaut.
00:24:01: Es ja schon eigentlich seit ein tausend Jahren algorithmische Systeme gibt mit denen Komponisten versucht haben sich kreativen Prozessen zu nähern.
00:24:12: also eines der ersten ist von Guido von Arezzo eine kleine Zuordnung von Vokalen zu Tonhöhen mithilfe derer eher seine Choralschüler unterrichtet hat in der Koralimprovisation.
00:24:28: Bis dahin geht im Prinzip algorithmisches Denken zurück und ich sag immer lieber nicht menschliche Kreativität, wenn es um KI oder ... Ja, Dinge gibt ihr irgendetwas
00:24:41: tun!
00:24:44: Okay, und wer ist jetzt Francis?
00:24:46: Francis war eine Programmiererin des ENIAC, einer der ersten Computer.
00:24:56: von dieser Programmiererin habe ich meine Software, die ich momentan immer weiterentwickele.
00:25:03: Francis getauft und jetzt hab' ich mich natürlich nicht so gut vorbereitet weil Francis ist auch ein Akronym.
00:25:09: Es ist das Framework for rhythmic and something-something expressionist situations.
00:25:19: Ich kann das nachreichen!
00:25:24: Nein, aber im Prinzip die Faszination für Elektronik ist auch aus meiner Teenager-Zeit.
00:25:31: Aus einer Reihe von Free Jazz-Konzerten wo ich zum ersten Mal auch jemanden mit der Live-Elektronik hab was spielen sehen und dachte toll!
00:25:38: Ich weiß überhaupt nicht was die da machen... Aber es macht irgendwie blieb und plopp und krrrr.
00:25:44: Und es ist alles völlig faszinierend.
00:25:46: und ich will das tun.
00:25:48: und dann bin ich zum Studium nach Hannover gekommen die Hallen dieses ehrwürdigen Betonklotzes gelaufen.
00:25:57: Und... ...zwei-tausendneun war das kleine Stuhliof elektronische Musik der HMT, da ist noch HMTV nicht HMTM, war neben der Damentoilette vor der Mensa und auf dieser Tür hing ein Schild immer Dienstags neun Uhr Live-Elektronik für Nichtkomponisten.
00:26:21: Da dachte ich, da will ich ihn!
00:26:23: Und das war dann tatsächlich auch mein allererster Kurs an der Hochschule in Hannover, weil im Instrumenteil bei der Guckstudium hat alles eine Woche später angefangen.
00:26:31: Aber dann mein erster Kompositionslehrer dort, Joachim Heinz, der hat einfach schon angefangen und gesagt, ja Semester geht los!
00:26:38: Dann fange ich an zu unterrichten.
00:26:40: Und dann saß ich da viele Jahre jeden Dienstag und jedes Semester kam ... Neue Interessierte, die dann nach zwei Stunden meistens sehr schockt davon waren was den Programmieren bedeutet und waren da nie wieder gesehen.
00:26:54: Und quasi die beiden, die dort konstant waren, waren meine beste Freundin Julia und ich wie wir dann dort über viele Jahre jeden Dienstagmorgen uns unseren Code um die Ohren geworfen haben und auch viele kleine Hackertons zusammen in WG-Zimmern und auch noch späten Nachts in der Hochschule zusammengemacht haben
00:27:16: Mega und das ist ja tatsächlich in wirklich richtig aufwendige Produktion mittlerweile gemündet.
00:27:21: Also wenn ich jetzt an Darkride denke, das Projekt wo wir zwei zusammengespielt haben, da hast du ja einen ganzen Raum quasi inszeniert mit einer Komposition die du geschrieben hast sozusagen für Schlagwerk.
00:27:35: und was war das?
00:27:38: Gleichzeitig hast du einen Backing-Track gemacht, der über Boxenparalleliv, über Klick.
00:27:43: Dann hast du eine Lichtshow programmiert die in diesem Ding abging und der ganze Raum war noch mit so kleinen Mini-Instrumenten und Objekten ausgestattet wo die die ganz Zeit ja über kleine Hämmerchen dann angetragert wurden und so Sounds gemacht haben komplett dreidimensional im Raum drin.
00:28:03: also war total irre.
00:28:06: Ja voll krass!
00:28:08: Ja, danke dir.
00:28:10: Genau das ist da letztes Jahr in Bennixen.
00:28:18: Das waren im Prinzip überwahnt entweder Motoren aus Milch auf Schäumern die ich vor ganz vielen Jahren mal für ein Projekt angeschafft hatte.
00:28:28: Die habe ich dann eben rausoperiert neu verkabelt und dann war noch so kleine Solenoids verbaut sind quasi kleine Schubmagnete heißen die, also man legt eine Spannung an und kommt zu kleiner Metallstab rausgeschossen.
00:28:42: Und das ist auch etwas was ich halt über dieses Übereinstellte Cage Projekt tatsächlich gelernt habe.
00:28:48: Und zwar von einem Berliner Komponisten André Batetsky.
00:28:52: der hatte dort damals mit Blumentöpfen, also quasi musikalische Blutentöpfe gespielt haben.
00:29:01: Ich hab das gesehen, dass es ja toll ist, ich möchte wissen wie das geht Lötpläne gezeigt und auch erklärt, wie man das zusammenlötet.
00:29:10: Und welche Software und welche Hardware ich benötige.
00:29:13: Dann habe ich angefangen selbst damit kleine Instrumente zu bauen.
00:29:18: Eine erste Premiere von einem Instrument, was sich dort gebaut hatte war beim Composer Slam mit Simon Gluth.
00:29:25: Das war der erste Composer-Slam in Hannover.
00:29:29: Weil ich allerdings kein Elektrotechniker bin, habe ich dann eine kleine Platine auspusten müssen, weil ich mit einer Stichflamme begrüßt wurde.
00:29:43: Mittlerweile bin ich ein bisschen besser geworden aber die Erinnerung dass sozusagen sich quasi mein Instrument vor mir in einer Stieflamme aufgelöst hat ist immer noch da wenn ich mit Elektronik arbeite.
00:29:56: Ja das hat schon auch so seine Tücken.
00:29:57: hier erinnere mich noch an einen Projekt was wir letztes Jahr gemacht haben wo plötzlich die Frequenz eines Hörgerätes Ich versuche es einfach mal.
00:30:14: Wenn man jetzt mit Francis musiziert, dann reagiert ihr ja auf das was durch ein Mikrofon im Raum aufgenommen wird und spiegelt da irgendwas zurück oder macht damit irgendetwas was sie an akustischen Signalen aufgenommen hat.
00:30:27: Und diese Mikrofone haben auch die Frequenz des Hörgerätes mit aufgenommen.
00:30:32: Ja, das war eine ganz besondere Situation am zweiten Abend von Sphirs.
00:30:38: Das
00:30:39: ja in der zweiten Reihe direkt neben einem Mikrofon die eben wie Jorda schon sagte benutzt werden mit Francis quasi analysieren kann was im Raum passiert saß eine Person mit einem Hörgerät was ich würde mal sagen nicht richtig eingestellt war und es hat einfach gepiept wie blöd.
00:31:01: Von vielen Seiten habe ich da manchmal so einen Blick bekommen, so ah hat das eine Elektronik nicht im Griff?
00:31:06: So doch!
00:31:07: Ich hab meine Elektroniken im Griff aber da vorne vor dem Mikrofon.
00:31:11: Da sitzt jemand der möchte mich sabotieren.
00:31:15: Das war so krass weil es waren Freunde von mir in der Vorstellung auch Und die meinten so, ja das war eigentlich richtig cool auch die Musik.
00:31:22: Aber irgendwie warum habt ihr diesen Piepton die ganze Zeit drin?
00:31:26: Das fand ich irgendwie am Anfang spannend aber irgendwie hat er mich voll rausgeholt.
00:31:31: Ich dachte es gehört irgendwie dazu und so.
00:31:34: Also irgendwie hat das nicht... War das dann zu viel auch?
00:31:37: Ja definitiv!
00:31:38: Es waren wirklich wirklich wirklich viel mehr Piepen als ich wollte.
00:31:44: Was vier ist haben wir haben wir noch nicht so viel gesprochen?
00:31:46: im podcast auch bestimmt aber was ist denn da alles passiert?
00:31:49: ich habe bis heute noch nicht, so hundertprozentig verstanden.
00:31:52: Was ja was die was die software gemacht hat.
00:31:57: also in prinzip gibt es mehrere software bausteine die ins viers dinge getan haben.
00:32:06: eins davon und ich sag mal der musiktheatralische überbau war ja eigentlich zu zeigen wie eine maschine lernt oder wie maschinelles Lernen funktioniert und im Prinzip gibt es dort verschiedene Punkte, wenn man ein neuronales Netz trainiert.
00:32:26: Also dieses neue fancy coole Ding was das eigentlich schon seit achtzig Jahren gibt und zwar man gibt Daten rein und schaut und dieses neuronale Netz wird erstmal mit absolut zufälligen Werten gestartet und wenn etwas rauskommt dann ist es erst mal Müll.
00:32:45: So, es hat erst mal nichts mit dem zu tun was man eigentlich haben möchte.
00:32:48: Und dann schaut man wie groß ist der Fehler?
00:32:51: Man korrigiert den Fehler und testet wieder!
00:32:52: Wie gut ist denn jetzt der
00:32:53: Output?!
00:32:55: Auf einmal ist der Fehler ein bisschen weniger stark.
00:32:58: Das macht man halt ganz, ganz oft... ...und heißt ungefähr für so einen Trainingssatz.
00:33:07: Und im Prinzip habe ich das probiert, mit verschiedenen algorithmischen elektronischen Techniken darzustellen.
00:33:14: Also beim Beginn des Stückes hat ... Ja ne, kannst du auch nicht angefangen bei dem Stück?
00:33:20: Miescha!
00:33:21: Nee, Miesha hat angefangen.
00:33:23: Stimmt und er spielt an der Mikrofon rein und der Klang, der repliziert wird ist völlig zerstört, zerstückelt.
00:33:32: Rauschig, fiepig also quasi wie so ein Grundrauschen vor einer Maschine klingen könnte.
00:33:37: aber tatsächlich basierte er irgendwo auf den Shallow-Kling und im Laufe dieses ersten Abschnittes wurde das imitieren immer konkreter und ein imitierend ist ja eigentlich für einen Rechner mit einem digitalen Speicher das aller einfachste was es ist.
00:33:53: man nimmt es auf und spielt's wieder ab.
00:33:57: erste Schritt in dieser Idee des Maschinenlernens.
00:34:03: Und es ging dann einfach weiter bis hin, so die.
00:34:06: irgendwann gibt sozusagen die Maschine uns Anweisungen wie wir jetzt zu spielen haben weil sie das alles ja irgendwie dann so durchdrucken hat und dann umgekehrt irgendwas ausspuckt, wonach wir dann spielen?
00:34:18: Genau auf der Auf der Story-Ebene war das so.
00:34:22: Auf der realen Ebene habe ich halt die Dinger geschrieben und...
00:34:25: Genau, was?
00:34:25: Dann eine Komposition?
00:34:26: Das war dann eben die Kompensation!
00:34:27: Wir haben da ein bisschen so getan als hätten wir so geschehen.
00:34:31: Schneiden wir raus, schneiden wir heraus!
00:34:35: Aber dazwischen gab es tatsächlich noch einen diesen spannenden Zwischenschritt.
00:34:41: Und zwar in der Geschichte der algorithmische Musik gibt es die sogenannten Markovketten.
00:34:46: Die ersten Kompositionen im zwanzigsten Jahrhundert mit Computermusik wurden auch auf dieser Basis gebaut und diese sind halt von einem Mathematiker, Herrn Markov sich ausgedacht worden.
00:34:58: Und in Prinzip hat man drei Zustände zum Beispiel jetzt A, B und C. Immer wenn man an einem der drei Punkte ist gibt es irgendeine Wahrscheinlichkeit wie es weitergeht?
00:35:08: also ich habe, wenn ich unterrichte auch ein Trossing algorithmische Musiktheorie.
00:35:14: Ich habe dann immer die Zustände h, e und a. H ist ich habe Hunger E ist ich esse etwas Und A ist ich mache den Abwasch.
00:35:25: Wenn ich gegessen habe, ist es sehr wahrscheinlich dass ich den abwasch mache und nicht so wahrscheinlich das ich nochmal etwas esse.
00:35:31: wenn ich den Abwasch gemacht habe, wird es sehr vermutlich dass ich als nächstes Hunger bekomme.
00:35:35: und wenn ich Hunger habe mache ich sehr unwahrscheinlich den abwasche und esse meistens etwas.
00:35:40: aber wenn die Küche so dreckig ist, dass sie nix kochen kann dann muss ich erst ein Abwasch machen bevor ich etwas esse.
00:35:46: und quasi wenn man das nicht nur in mit drei Punkten hat sondern mit also drei Punkte in einer Dimension sondern zwanzig fünfzig Punkte in vier fünf sechs verschiedenen Dimensionen.
00:36:00: Dann sind es quasi Mechanismen mit denen man ja einem Computer sagen kann Ich gebe dir jetzt das Vorspiel von Tristan und Isolde zum Lernen.
00:36:12: Und schauen wir mal, was du davon verstanden hast?
00:36:18: Ich könnte mir vorstellen dass ganz viele unserer Zuhörenden, Zuhöhrerinnen eher denken so, boah KI und Musik oder KI und Kunst ist da kein was böse Wort.
00:36:29: Das ist eigentlich gar nicht toll!
00:36:31: Also was ist denn cool daran?
00:36:34: Was für mich immer ganz cool daran mich selbst da zu hinterfragen.
00:36:40: Auch diese Frage, welche Punkte meiner eigenen Kreativität lassen sich eigentlich sehr gut formalisieren?
00:36:48: Denn wenn wir jetzt in die Musikgeschichte zurückschauen, dominante Tonika-Auflösung.
00:36:54: So das ist irgendwie etwas... Das ist sehr formalisiert und klar.
00:36:58: Und mich interessiert es oft zu finden, welche Bereiche meiner Musik kann ich formalisierend von dieser Formel heraus, fünfzig Varianten erzeugen lassen.
00:37:13: Und zum Beispiel bei dem Stück mit Mo war es so dass ich ein Computersystem benutzt habe um aus quasi kleinen Röhren die wir in Moos Proberaum gefunden haben Tonhöhen zu extrahieren und quasi mit diesen Tonhöhe das als Vorrat für eine Harmonie zu benutzen.
00:37:36: Je nachdem wie intelligent ich meine Algorithmen baue, bekomme ich auf einmal Dinge zurückgespiegelt die sich am Rande meiner möglichen Kreativität befinden.
00:37:47: Am Rande meines Horizontes und die für mich was völlig Neues sind wo ich dachte der wäre jetzt erstmal nur mit Zettel und Stift nicht draufgekommen.
00:37:57: Also es ist vor allem auch so ganz oft also dass das wirklich so ein Prozess ist.
00:38:03: du hast quasi eine Idee die du reingibst und bekommst dann sozusagen eigentlich auch Inspiration zurück.
00:38:09: Also, dass das Ergebnis was ist womit du eigentlich nicht gerechnet hast oder gar nicht mit Rechnen kannst weil es so viele verschiedene Möglichkeiten oft sind, die dann wiederum deinen Denken und Schaffen vielleicht auch wieder umgekehrt beeinflussen.
00:38:23: Genau also für mich sehe ich eigentlich so den Computer- oder Algorithmen als etwas lebendigere Bleistüfte.
00:38:32: Baue die mir nach bestimmten Ideen und weiß genau, wenn ich hier noch drei Stellschrauben einbaue.
00:38:39: Dann kann ich mit diesen drei Stell-Schrauben ganz viel drehen und das ganze Ding kippt in irgendeine Richtung wo ich erstmal gar nicht hingegangen wäre.
00:38:46: Und dann ist es einfach auch ganz viel...ich nenn's immer eher so bildhauerisches Komponieren.
00:38:53: Ich habe mich das leere Ding auf dass ich etwas drauf tue sondern ich habe einen großen Klotz wo erstmal alles drin ist und dann lege ich quasi meine Komposition aus diesem Klotz frei.
00:39:05: Ja, so krass!
00:39:06: Weil also ich glaube so... Ich finde es mega spannend wie du uns ein bisschen mal in die Art und Weise des Denkens auch reinholst was für dich auch so künstlerisches schaffen ist weil ich glaube schon dass... Also zumindest bei uns im Orchester du da mit so'n krassen Alleinstellungsmerkmal hast, weil irgendwie... Also ich find's super spannend das du zu hören aber auf jeden Fall sehr weit weg von meinem ... künstlerischen Denkprozessen so auf eine Weise.
00:39:32: Ähm, genau...
00:39:33: Als du das mit John Cage gesagt hast, hat es ein bisschen was... Habe ich drüber nachgedacht?
00:39:37: Weil wie... Das hatte ich ja inspiriert, so wie man kreativ ist und so.
00:39:42: Und ich denke, ich bin gar nicht... Also ich habe gar nicht diese Ansätze die auch irgendwie John Cage hatte,... ähm, wenn ich in der Lage war mir sowas auszudenken.
00:39:49: Ich hab glaube ich ne ganz andere Rangehensweise an Kreativität.
00:39:53: Da frage ich mich, wie wird man so...?
00:39:55: Ja, vor allem diese ganze Systematik und so dieses Strukturdenken das finde ich einfach irgendwie voll krass.
00:40:03: Also du hast total recht dass es das ja in jetzt Musikgeschichtlich einfach schon richtig lange gibt und vor allem bei Komponistin verortet ist so ne?
00:40:11: Dass die irgendwie in harmonischen Systemen, Formstrukturen und sowas über Stücke nachdenken aber das ist ein ganz anderes... Also für mich trotzdem eine ganz andere Ebene.
00:40:23: Da komme ich, wenn ich mich sehr intensiv mit einem Stück Beschäftigen noch mit.
00:40:26: Aber du beschreibst es ja selber sogar, dass du dann oft manchmal nicht mehr mitkommst und das finde ich irgendwie so krass.
00:40:32: Ja, ist interessant ne?
00:40:33: Faszination fürs Systeme!
00:40:38: Ich auch aber mache das halt in Excel-Tabellen für unsere Probenplanung.
00:40:47: Die Excel-Tabellen sind bei mir auch beim Komponieren meistens ganz wichtig.
00:40:52: Ich entweder tatsächlich jetzt für das Stück, was in der Podcastrausung schon gelaufen ist – Let me rest before I diei!
00:40:59: – für Vergott, Streichquartett und Elektronik.
00:41:02: Das ist auch erstmal einer Excel-Tebelle entstanden mit farbigen Highlights zu zeigen welcher Formabschnitt wie lange
00:41:11: er ist.
00:41:15: Tradition, keine Ahnung.
00:41:16: Serieller Komposition und so weit das ist ja auch gar nicht so lange her dass es diese Sachen gab.
00:41:20: also im Prinzip ist einfach nur die Fortführung auch mit den Mitteln und Wegen natürlich die uns heutzutage da so zur Verfügung stehen.
00:41:29: Ja persönlich würde ich ja sogar noch weiter zurückgehen selbst ohne Muckelige Sonaten-Hauptsatzformen mit ihren Zweiunddreißig Takten.
00:41:37: und dann die Durchführung hat ja auch etwas sehr regelmäßiges sehr kastenmäßig gedachtes
00:41:44: Total.
00:41:44: Ja, schön.
00:41:47: Ihr werdet Sam ganz viel bei uns erleben zum Beispiel auf Norderney.
00:41:51: Das ist noch nicht zu spät es gibt bestimmt noch ein paar freie Zimmer kommt uns besuchen im August
00:41:56: Genau und da ist auch Sam zu erleben in diversen Programmen.
00:41:59: Wir machen einen Rave im Wald mit Sam?
00:42:02: Ja stimmt!
00:42:04: Waldgeist ist quasi der Titel davon.
00:42:09: Der Titel hat sich ein bisschen ergeben weil's eben dieser Waldkirche.
00:42:14: Ich fand den eigentlich sehr schön und der ist jetzt gerade für mich so, dass es gerade mein Arbeitsjahr steht unter diesem Titel Waldgeist.
00:42:21: Dass ich jetzt gerade schon in vielen Konzerten immer wieder Material ausprobiere was vielleicht funktioniert?
00:42:28: Vielleicht das mit auf die Insel schafft.
00:42:30: Und auch sozusagen nach Norderney gibt's uns auch schon wieder einige geplante Konzerte unter diesen Titeln.
00:42:37: Und vielleicht ergibt sich ein neues Treppenhausformat daraus.
00:42:41: Klingt spannend!
00:42:44: Also bleibt dran, falls ihr nicht verpassen wollt wie es weitergeht.
00:42:47: Vielen vielen Dank Sam
00:42:50: und
00:42:51: folgt uns auf Facebook.
00:42:53: Instagram gibt uns fünf Sternen bei Podcast oder wo auch immer noch man diesen Podcast bewerten kann.
00:43:00: hört wieder
00:43:03: rein.