Stocksteif und Prüde

Stocksteif und Prüde

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00:00:05: Hallo, hier ist Stocksteif von Brüde.

00:00:12: Mein Name ist Janik und heute bei mir

00:00:15: sind

00:00:15: Moritz und Thomas.

00:00:17: Wir haben eine kleine Runde!

00:00:19: Wir haben einen ganz besonderen Gast heute.

00:00:24: Danke dass ich hier sein darf.

00:00:27: Ja vielen Dank für das du der Einladung gefolgt bist.

00:00:30: haben uns gefragt, was machen wir in unserem Jubiläum?

00:00:32: Zwanzig Jahre treppen aus Orchester und irgendwie gibt es nicht so viele Menschen die über die ersten zehn Jahre so wirklich etwas sagen können.

00:00:42: Ja, da waren wir ja quasi noch gar nicht geboren.

00:00:46: Ich auch kaum!

00:00:50: Es geht also um die Anfänge des Orchesters.

00:00:52: Was waren die Gründe das Orchester zu schaffen?

00:00:56: Was war in den ersten Jahren überhaupt so los?

00:00:58: ... kann ich vielleicht ein bisschen was zu erzählen.

00:01:01: Und

00:01:01: das ist für uns total interessant, weil ehrlich gesagt... Ich weiß da auch gar nicht so viel drüber!

00:01:07: Wir haben aber noch gar nicht sehr viel über diese Dunkelzeit... ...

00:01:11: dass im Mittelalter ist.

00:01:12: Das

00:01:14: dunkle Mittelalter wo?

00:01:15: Wir haben

00:01:15: ja noch gar nichts so viel darüber gesprochen im Podcast, deswegen bin ich echt sehr gespannt.

00:01:21: Ich muss erst mal sagen, wir nehmen so ein bisschen mit Vorlauf aufnehmen.

00:01:27: Das heißt, wir reden jetzt über Dinge die schon länger her sind wenn ihr das hört weil wir vor unserer Sommerpause sind.

00:01:33: also nicht wundern aber wir sind alle noch in unserem Sommerloch glaube ich.

00:01:39: Also ich bin richtig durch von den letzten Wochen.

00:01:42: zwar so viele Konzerte es waren ganz viele tolle schöne Einflüsse und Dinge Aber uiuiui war das alles anstrengend.

00:01:49: ey

00:01:50: Ja, ihr habt gerade einen Treppenhauswochen direkt in den Knochen oder

00:01:54: du hast es ja.

00:01:54: Ja, voll total!

00:01:55: Ich muss davor eine andere Sache sagen.

00:01:57: Es gibt ja ein Thema was so alle deutschen Podcast irgendwie am Leben erhält über das Alle sprechen.

00:02:03: ist das ich meine?

00:02:05: Die Deutsche Bahn.

00:02:08: Was?!

00:02:09: Ja, alle beschweren sich immer und ich möchte heute mal etwas ganz anderes machen.

00:02:13: Ich möchte mal eine Lanze brechen für die Deutsche Bahn wie toll das ist weil ich hatte Anfang letzter Woche Bevor es mit den Proben für's Tremors wochenden Hannover losging, hatte ich noch Projekte in Detmold und in Gütersloh.

00:02:24: Und irgendwas in mir dachte sich... Ich mach das mal mit dem Auto nicht mit dem Zug.

00:02:30: Es war eigentlich der Hauptgrund, dass ich zu geizig war oder irgendwie gedacht habe, du hast eine gute Idee!

00:02:36: Nicht für die letzten ... zwei Tage des Monats dieses Deutschland-Ticket zu kaufen.

00:02:42: Das Auto von meinen Nachbarn geliehen, das ist ja auch irgendwie schneller... ... und der wollte es noch nicht so gut angebunden usw.

00:02:48: War eine richtig blöde Idee, mache ich nie wieder!

00:02:51: Und ich bin dann am letzten Tag bei ihm im Zug gefahren... ...und er hatte Verspätung.

00:02:56: Es war voll aber es war so viel besser.

00:03:00: Also einmal kurz ins Offthema.

00:03:03: Sehr schön Janik.

00:03:04: Ja ich bin total deiner Meinung weil ich immer wieder Trotz aller Querelen mir dann denke, ich kann jetzt hier arbeiten.

00:03:12: Ich habe irgendwie meine Ruhe und ich kann sogar was essen, mich bedienen lassen da im Bord.

00:03:18: Trotz einer sehr berechtigten Kritik bin ich auch immer wahnsinnig dankbar dass es das in Deutschland so ausgebaut gibt.

00:03:27: Wir fahren ja eigentlich so gut wie immer mit der Bahn zu allen unseren Konzerten.

00:03:31: Es ist gar nicht anders denkbar, finde ich irgendwie auch super!

00:03:35: Zum Beispiel nach Winterthur.

00:03:38: Letzten Monat haben wir ein Gasspiel gehabt mit einem Talier Theater in Winterthur und haben da ...

00:03:41: Winterthur ist in der Schweiz?

00:03:43: In der

00:03:43: Schweiz, genau!

00:03:44: Und in der Nähe von Zürich und

00:03:48: quasi

00:03:49: um die Ecke.

00:03:49: alle sind im Zug ein Reis und es hat ich meine vielleicht kann man auch ein bisschen Credit der SBB geben weil die natürlich unglaublich gut funktioniert.

00:03:57: aber wir waren trotz irgendwie sechs-siebenstündiger Fahrt alles wie am Schnürchen funktioniert

00:04:05: Und war gut?

00:04:06: Die Konzerte waren richtig schön da in Winterthur.

00:04:09: Es waren ja keine Konzertes, es waren eigentlich Theateraufführungen wo wir bei was ihr wollt also schon die ganze Saison jetzt mit dem Talier Theater gespielt haben und jetzt einmal so eine ganze Produktion nach Winterthur verlagert haben.

00:04:21: ganz schön aufwendig für zwei Aufführung aber ist scheinbar irgendwie gang und gängig.

00:04:25: Da kommt

00:04:26: dann das ganze Bühnenbild kommt damit und also mit den mehreren LKWs wird das runtergefahren.

00:04:31: Das ist heftig!

00:04:33: machen das aber scheinbar so als Prinzip da.

00:04:35: Die laden immer nur ein, die machen gar nicht Eigenproduktion.

00:04:38: Deswegen war interessant im Gästebuch zu lesen wer da alles bisher gespielt hat.

00:04:43: Das war sehr illustrer Kreis und ich glaube das Publikum, wenn man das jetzt mit dem deutschen Publikums vergleicht, hat die ganzen unter die Gürtellinie gehenden Witze nicht ganz so... ... euphorisch mitgenommen.

00:04:58: Die Schweizer

00:04:58: sind ein bisschen unterkühlt, ja?

00:05:00: Ja, waren ein bisschen unterkühlte aber der Schlussapplaus war dann umso herzlicher.

00:05:04: also die fanden es glaube ich richtig toll.

00:05:06: nur eben so diese bisschen lapidare Art, die in Norddeutschland herrscht, die ist vielleicht wurde erst mal so ein bisschen mit Stirnrunzeln oder zumindest nicht mit Euphorie und so schlapplachen.

00:05:19: das ist ja eine Komödie also wurde nicht ganz so herzlich.

00:05:24: Aber sind die Hamburger nicht auch eher dafür bekannt, so ein bisschen müchterner zu sein?

00:05:28: oder lieg ich da jetzt falsch?

00:05:30: Wir kommen ja alle irgendwie mehr oder weniger aus dem Süden und sind im Norden gelandet.

00:05:34: Und dieses Thema beschätten mich schon ewig.

00:05:38: Ich habe das Gefühl es ist viel komplexer.

00:05:40: Also die Süddeutschen sind viel freundlicher, die Norddeutschern sind kühl und freut sich.

00:05:45: Das stimmt gar nicht!

00:05:48: Sehr differenziert, man muss sehr viel darüber reden.

00:05:51: Da können wir mal eine eigene Folge darüber machen über unsere Gefühl was wir da so für Erlebnisse auch haben.

00:05:56: Auf jeden Fall habe ich das auch gehört, dass Publikum da in Windertour, dass die Schauspielerinnen und Schauspielen echt ne harte Zeit hat.

00:06:05: Es kommt gar kein Witz an oder die Situation die irgendwie auf einer Art ihren Humor haben kommen nicht an und dann am Schluss war es irgendwie rauschende Applaus und so.

00:06:13: Also schon spannend einfach anders.

00:06:16: Einfach anders?

00:06:16: Ja!

00:06:18: Genau.

00:06:18: und dann hatten wir diese sehr, sehr heiße Zeit.

00:06:23: Aber wir hatten genau das perfekte Projekt für die heiße zeit weil wir haben in so einem Keller gespielt Wir haben die Treppen aus Werkstatt gemacht.

00:06:30: es war ein Jugendprojekt bei dem drei junge Frauen ihre Texte eingereicht haben und sie da noch selber gelesen haben.

00:06:38: wir haben das ganze mit Musik untermalt und eingebunden Super emotional, ehrlich gesagt.

00:06:46: Und es waren vierzig Grad draußen und in diesem Keller ... Das war so ein Sehnsuchtsort von mir!

00:06:51: Ich habe mich jeden Tag gefreut, in diesen Keller gehen zu dürfen weil dort waren's dann ... Weiß ich nicht viel weniger... Ich hatte keine Tervögel da dabei aber gefühlt, zwanzig.

00:06:59: Stimmt man kam jetzt mit so kurzer Hose an und dann musste man sich tatsächlich etwas anziehen da unten.

00:07:03: Es war ein bisschen muffig also ... Es gab auch beide Seiten aber auf jeden Fall temperaturtechnisch ideal

00:07:11: Auf jeden Fall ein super Projekt.

00:07:12: und eine Woche später waren wir dann bei vierzig Grad in einem Saal, wo es auch vierzig grad hatte.

00:07:17: Das war nicht im Keller.

00:07:21: Bei Wege durchs Land?

00:07:22: Genau mit Benno Führmann und Michael Roste.

00:07:25: irgendwie schön mit denen zusammenzuarbeiten.

00:07:27: aber ich muss schon sagen dieses Konzert dauert ja drei Stunden.

00:07:30: fünfzehn Minuten.

00:07:31: Bei vierzig Grad ist unglaublich krass, dass da achthundert Leute im Publikum saßen die auch nach der Pause noch da waren.

00:07:37: Ich hab wirklich ganz stark damit gerechnet das wir ... Dass wir nach der pause man sieht es ja dann nicht.

00:07:42: Man kommt dann raus und ist dann so überrascht Und ich dachte so ich habe dort gerechnet okay Die Hälfte ist weg auf jeden Fall.

00:07:47: Ja aber alle noch da.

00:07:48: Alle noch da!

00:07:48: Das war gefeiert.

00:07:49: Wir saßen dabei vierzig grad und alle sind gestorben wie auf der Bühne und die im Publikum.

00:07:53: Also

00:07:54: keine Trinkpausen nach fünfzehn Minuten wiegeweihr der WM wurden angeführt?

00:07:58: Ja die bat als Uffler

00:08:00: Aber wir haben alle mehrere Flaschen Wasser auf der Bühne ausgetrunken.

00:08:04: Ja, das Konzert ist so krass!

00:08:07: Ich habe in der ersten Hälfte mein ein Liter Wasser, den ich hatte, weil sich nicht nach dreißig Minuten war da weg.

00:08:14: Und dann ging die erste Hälft noch in die Stimme?

00:08:18: Na ja... Haben wir irgendwie alles überlebt.

00:08:21: aber auch jetzt ist es mal Zeit bisschen durchzuschnaufen für ungefähr zwei Tage.

00:08:27: Es

00:08:28: war schon ein heftiger Frühsommer, so wahnsinnig viel los.

00:08:32: Unter anderem gab es jetzt eben auch noch dieses Treppenhauswochenende.

00:08:35: Ja mit verschiedenen Konzerten, das war sehr cool.

00:08:39: Also Mo hat ja ein bisschen das Programm gemacht, heißt was so... Viel Mitschlagzeug, wobei es hätte sogar noch mehr Mitschlagzeug sein können, fand ich aber sehr, sehr tolles.

00:08:48: Konzertprogramm hat uns da gegeben Anspruchsvoll.

00:08:53: Wir haben uns alle beschwert die ganze Zeit bei ihm, weil es so schwer ist aber wir haben es extrem gut geprobt und er hat nicht bei allen Stücken mitgespielt und das war irgendwie auch cool, denn er ist dann trotzdem in den Proben da geblieben und hat ein bisschen geholfen, gesagt und so was und hat dann manchmal auch mit Rennung gespielt und ich habe mich dann immer so schlecht gefühlt, weil der ist so ein toller Schlagzeuger, der jetzt einfach nur da ist um dann ... ... zu wachen, aber es ist wichtig.

00:09:19: Ja ja und sagt dann auch immer so, hier müsst ihr mal gucken, da seid ihr zu früh, da seht ihr zu spät... Da seid ihr nicht aufeinander, da seit ihr gut zusammen, das war schon...

00:09:28: Wieso ein Dirigent?

00:09:29: Voll gut!

00:09:31: Ja weil irgendwie entspannter, der sagt nicht die ganze Zeit was und steht nicht die ganzen...

00:09:36: Ätzend!

00:09:37: Wir haben eine ganz tolle Lieblingsmusik gemacht und ich konnte meinen vielleicht auch fast schon eine gute Überleitung, ich konnte einer unserer ersten unserer Jugend sind, wobei so alt ist es noch gar nicht.

00:09:50: Aber ich hab ein Song aus dem vom Eurovision Song Contest gespielt.

00:09:56: Das ist ja witzig!

00:09:56: Ich habe abgefragt beim Publikum, wo die Eurovision-Song Contest Fans ... stille?

00:10:03: Geiler als

00:10:04: der Einzige.

00:10:05: Nein, ich bin auch überhaupt kein Eurovision Song Contests Fan.

00:10:07: Es war eher ... ... um so ein altes Projekt mal wieder hochzuholen, weil wir vor gar nicht so lange her, ... ... im Jahr two thousand nineteen haben wir mal bei ... ... so einer Eurovision Convention gespielt.

00:10:17: Und das war ein erstaunlich ... ... also spaßiges Konzert.

00:10:22: Schmaßiges Ding!

00:10:23: Also eine Kombination aus diesem Treppenhauswochenende Bestand... ... also aus diesen typischen Karo-Musik Sachen,... die wir meistens in der Kommandantin spielen jetzt.

00:10:32: In diesem Fall waren wir wieder in diesem Intercity Hotel ganz oben mit Aussicht auf die ganze Stadt.

00:10:38: Und dann noch diese Lieblingsmusik in der Feinkostlampe, wo ihr quasi eure Lieblungsmusik vorstellt.

00:10:46: Ja genau ich habe es ein bisschen schlechter erklärt aber das war sozusagen meine Liebligsmusik.

00:10:50: also Corinna Mai hört den Kindern einfach zu und Mozart war die andere.

00:10:55: Ihr habt noch getanzt?

00:10:56: Mit Schalotte.

00:10:57: Es gab ein Tanzen, das war auch... Ich war leider nicht da.

00:11:00: Aber sehr gutes gehört.

00:11:02: Das hat sich inzwischen richtig gut etabliert.

00:11:05: Das ist erstaunlich weil irgendwie auf einer Art denke ich mir so wir sind ein klassisches Orchester und wir machen einen Tanzkurs für klassische Lion Dance-Tänze usw.

00:11:15: Und das feiern die Leute voll.

00:11:17: Also jeder der mitgemacht hat checkt warum es alle so feiern.

00:11:21: Ist wirklich cool.

00:11:21: also ihr müsst ja alle auch mal hin.

00:11:23: Aber

00:11:24: wir machen das in Köln jetzt auch.

00:11:26: Also Charlotte wird es auch machen, wir spielen ja im Herbst-Disco in der Kölner Philharmonie und es gibt eine möglichen Begleitprogramme und ein Begleidprogramm ist tatsächlich auch da dass Charlotte danach das, die wir machen so alte Folgstänze, Barndances und so mit den Menschen also natürlich nicht mit allen zwei tausend wie viele auch immer da sind in der.

00:11:51: Das gehört schon immer dazu, immer öfter dazu finde ich auch super.

00:11:54: Ich finde Tanzen um Sieg kann man ja gar nicht trennen.

00:11:57: Ja,

00:11:57: ich find's auch cool so was mit unser Polikum zusammen zu machen.

00:12:00: das macht einfach riesig Bock und dann also verbindet man sich ja nochmal ganz anders weil weiß ich mal fest sich an wirbelt sich durch die Gegend und scheitert auch die ganze Zeit gemeinsam.

00:12:09: Also ich bin jetzt nicht so wahnsinnig talentiert aber ganz viele im Publikum ja auch nicht und das irgendwie total total cool.

00:12:15: Und es

00:12:16: ist ja auch total Generationsübergreifender.

00:12:17: tanzt dann die achtziger Jahre mit der Sechsjährigen.

00:12:21: Und es ist gar kein Thema, das ist ganz klar.

00:12:23: Die fassen sich an die Hand und los geht's!

00:12:25: Und die

00:12:25: Mucke ist richtig geil.

00:12:27: Ich mag die voll.

00:12:27: Du

00:12:28: machst auch Koriname?

00:12:30: Nein

00:12:31: ich habe schon noch... Wisst ihr eigentlich warum ich dieses Lied gewählt habe bei der Lieblingsmusik?

00:12:36: Also ich hab gesagt, dass nicht mein Lieblungslied sondern mein Problem mit diesem Song ist.. Der Ohrwurm.

00:12:44: Seit sieben Jahren ist das her Und seit sieben Jahren gibt es mehr Tage, wo dieses Lied in mir stattfindet als ... Tage, bei denen das Lied nicht in mich stattfindete.

00:12:56: Ich näher auch meinen Umfeld damit und dieses ... Nein!

00:13:02: Auf jeden Fall, das ist einfach jetzt ein Teil von mir.

00:13:05: Deswegen wollte ich das da spielen, weil ich dachte vielleicht kann er in diesem Moment dieser Urwurm aus... Kann sein loslassen?

00:13:11: Aus mir raus in jemand anderem oder so.

00:13:14: Vielleicht ist das ... Ist

00:13:15: nicht passiert?

00:13:16: Nee, es ist nicht passiert.

00:13:17: Also vielleicht ist es ja auch in irgendeinem anderen gegangen, aber also der Song ist nicht so gut angekommen.

00:13:22: Das haben alle gelacht und sich beschwert sehr viel... Wir mussten auch früher abrechnen den Song weil sich so viele beschwert

00:13:28: haben!

00:13:29: Ich hab gehört zwar sehr witzig dieser Abend.

00:13:31: Hat

00:13:32: er richtig Bock gemacht.

00:13:42: Wir befinden uns im Jahr ... Was war da los?

00:13:48: Thomas

00:13:50: Ja, wie immer muss man ja eigentlich früher anfangen.

00:13:53: Also man kann da relativ früh anfangen wenn man überlegt was vielleicht so mögliche Gründe waren dieses Orchester zu schaffen.

00:14:05: und alle diese Gründe haben dann quasi ihren den Punkt in dem sich das alles so zusammengefügt hat, dann eben im Jahr zwei tausend sechs gefunden mit dem ersten Konzert.

00:14:20: Das erste Konzern war in Hannover in der Kumball-Landschen Galerie für die wir es nicht kennen also in einem legendären ganz tollen Treppenhaus in Hannova dass eines Schauspielhauses angegliedet ist.

00:14:32: und um vielleicht einmal aufs die Hintergründe einzugehen ich glaube schon damit zusammenhängt, wie so vieles was an neuem entsteht.

00:14:44: Dass ich dieses Orchester gegründet habe mit einem ganz neuen Profil das damals noch nirgendwo gab dass da zwei Dinge zusammengekommen sind die unterschiedliche Blickrichtungen hatten denn ihr alle und allen mit denen ich sonst zu tun hab hatten ihr Leben lang immer extrem viel mit dieser Klassikbubble zu tun, haben in Landesjugendorchester gespielt.

00:15:05: Weil wir tausend zusammenhängen mit Menschen zusammen die auch diesen Blick hatten und alles war quasi irgendwie auf eine Art klar zielgerichtet.

00:15:15: so wenn ich mit einem Landesjugender Orchester arbeite merke ich auch die vierzehnjährigen wissen schon dass sie später mal im Staatsorchester eine Stelle haben wollen und wissen ganz genau wie das aussieht und so irgendwie.

00:15:26: man hat schon so ein klarem, zielgerichteten Blick und bei mir war es halt ganz anders.

00:15:31: Ich habe zwar auch immer natürlich in meiner ganzen Jugend ganz viel klassische Musik gemacht aber... ...in ganz anderen Zusammenhängen eben wirklich im Knabenchor.

00:15:39: ich hab einfach nur für mich Schellung gespielt.

00:15:40: aber ich habe eben auch ganz viel In-Bands gespielt, Ebers gespielt.

00:15:45: Hab ganz vielen nicht mit Musik zu tun gehabt und kam eher so aus Zufall an die Musikhochschule.

00:15:52: Und das war schon in den ersten Semestern an der Musikhochschule klar, dass wir vielleicht Sachen anders noch mal aufgefallen sind oder klar geworden sind.

00:16:01: Die für andere Leute ganz normal waren wie zum Beispiel... Wir spielen ein Konzert im Saal der Musik-Hochschule und auf der Bühne sind alle Zweiundzwanzig und im Publikum sind alle über Siebzig.

00:16:13: Für mich war das einfach nicht normal, für mich war es normal wenn ich mit meiner Band gespielt habe dass wir im Publikum Leute jeden Alters hatten und auch viele Leute in meinem Alter die irgendwie Bock hatten mit uns in der Aktion zu treten und so eine ganz andere Atmosphäre.

00:16:28: Und dann saßen wir da auf der Bühne in der Musikhochschule, ich dachte es ist irgendwie komisch.

00:16:31: wo sind denn die ganzen anderen Leute?

00:16:35: Ich wusste gleichzeitig dass es ja durchaus junge Leute gibt, die klassische Musik auch interessant finden.

00:16:40: Wo sind die denn alle?

00:16:42: Und dann habe ich da so studiert und dann kam so eins zum anderen.

00:16:46: Dann habe ich irgendwann die Regierungen studiert, und hab auch gemerkt dass diese klassische Orchesterlandschaft nicht unbedingt ganz Mainz ist... ...und einer der Gedanken, die dann eben so entstehen ist was mache ich denn sonst?

00:17:02: Wenn jetzt jetzt nicht mein Weg ist ans Opernhaus zu gehen und als Kapelmeister zu starten.

00:17:07: Warum war du das keine Option für dich?

00:17:09: oder was hat dir dann...?

00:17:11: Was waren die Widerstände?

00:17:14: Auch das hatte mehrere Gründe.

00:17:17: Es war tatsächlich einfach nie mein Ziel, ans Opernhaus zu gehen weil ich mit Opa einfach nie was zu tun hatte.

00:17:25: Ich lag auch daran dass ich ja wirklich eher so aus Zufall eine Musikausschule gelandet bin wilden Voraussetzungen, ich konnte keinen Ton Klavier spielen so ungefähr und hatte keine Ahnung eigentlich von klassischer Musik einfach immer nur Musik gemacht.

00:17:39: Ich hatte keine ahnung bis ich mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet habe.

00:17:43: was eigentlich... Was eine dominante Methodika ist ungefähr.

00:17:47: Und vor allem konnte ich einfach nicht Klavier spielen und habe das dann erst quasi mehr wie in einer Musikhochschule gelernt, der Schritt von da zu mal so ne Salome zu korrektieren ist einfach ein unfassbarer.

00:17:58: Da hätte ich wirklich von der ersten Minute an nur das gewollt.

00:18:02: Nur geschwitzt?

00:18:03: Ja!

00:18:04: Und jeden Tag fünf Stunden Klavier üben müssen und so, um da irgendwann hinzukommen... ...und auch das Stimmideal der Opa.

00:18:10: Ich komme halt eher aus dem Knabenchor als von der Oper.

00:18:13: Ich finde oft Operngesang ganz furchtbar, manchmal ist es wunderschön und oft ganz schlimm für mich.

00:18:20: Und irgendwie diese ganze Welt war mir fremd.

00:18:23: ich wollte damit eigentlich gar nichts zu tun haben.

00:18:24: Das ist

00:18:24: wirklich so der vorgezeichnete Weg als junger Dirigent oder Dirigentin?

00:18:28: Also gehst erstmal ans Opernhaus weil da gibt's so kleinere Stellen wo man mal reinkommt sozusagen oder...

00:18:34: Ja das ist sehr krass!

00:18:35: Haben wir irgendwann mal in einer der frühen Folgen schon über den Dirigenten gesprochen?

00:18:40: Das ist ja tatsächlich so, das ist eine Position von der es gar nicht so viele gibt und die ist dann gleich extrem rausgestellt.

00:18:47: Und jetzt dirigent den hessischen Rundfunk zu dirigieren oder sowas da kommt man halt erstmal gar nicht ran.

00:18:53: also wie ist der Einstieg?

00:18:54: Der Einstiege ist bei so gut wie allen Dirigentinnen und Dirigenten ist der einstieg übers Opernhaus gelaufen, denn genau man kann da erst mal als Korpetitorin anfangen.

00:19:04: Dann kriegt man irgendeine kleine Vorstellung die man dirigieren kann.

00:19:08: das klappt dann ganz gut und erlernt man wie man es macht und so kommt man langsam hoch und irgendwann qualifiziert man sich für andere Aufgaben.

00:19:16: Und das war also nicht mein Weg und ich hatte mehrere andere Einblicke in diese Welt mit großen Orchester gearbeitet und ich habe immer gemerkt, das ist irgendwie nicht so ganz meins.

00:19:28: Du warst auch da in diesem Forum dirigieren?

00:19:31: Also du hattest sozusagen schon Zugang zu diesen Top-Orchestererfahrungen manchmal ne?

00:19:36: Und also es gab auch diesen Weg für dich auf eine Weise oder es hätte den auch geben können auf einer Weise ne?

00:19:45: Genau!

00:19:45: Das hätte denen auch geben könnten.

00:19:47: Ich war in diesem Dirigentenforum mit ganz tollen anderen Dirigentinnen und Dirigentens zusammen.

00:19:50: Wir haben viele große Orchester dirigiert Und ich glaube, da sind einfach viele Sachen auch klar geworden.

00:20:01: Auch da bin ich ja irgendwie so hingeraten.

00:20:03: also bei den anderen war es allen so.

00:20:05: alle wollten seit sie vierzehn sind unbedingt dirigentin werden und ich bin irgendwie gelandet und habe gemerkt auch was das bedeutet und wie viel man dafür opfern muss und dass man nichts anderes in seinem Leben eigentlich haben kann als das wenn man diesen Weg wirklich gehen will.

00:20:21: Aber für mich lag es auch daran, dass ich gemerkt habe... ...wenn ich den hessischen Rundfunk zum Beispiel dirigiere.

00:20:29: Das ist natürlich toll musikalisch aber ich hab irgendwie das Gefühl, das ist nichts was wir zusammen machen.

00:20:34: Also es war nicht so ein Gemeinschaftserlebnis und irgendwie ist das etwas, in allem was ich tu brauche,... ...dass ich merke, wer sind da jetzt zusammen drin?

00:20:44: Und da war's eher so.. Ich bin dir Dirigent!

00:20:46: Ihr seid das Orchester Dann hab ich mir den geprobt und danach geh ich in mein Hotel.

00:20:53: Und lerne weiter die Partitur, dann geh ich zur nächsten Probe.

00:20:57: Irgendwie war das so ein Leben was auch mit mir nichts zu tun hatte.

00:21:00: Richtig

00:21:01: ist ja schon ein heftiger Prüfstand.

00:21:04: Also junge Dirigentinnen und Dirigenten... Das ist toll diese Erfahrung zu sammeln.

00:21:09: aber man ist halt auch verheftig überfordert weil da stehen die berühmtesten Menschen auf diesen Podium und man ist dann ausgesetzt auch Leuten extrem qualifiziert sind und extrem anspruchsvoll sind, weil da kann man halt auch so scheitern für diesen Leuten.

00:21:25: Das

00:21:26: wird dann

00:21:27: auch gespiegelt ganz oft.

00:21:30: Du erfüllst nicht die Ansprüche, die dieses honorige Ensemble eigentlich hätte.

00:21:39: Ja, genau.

00:21:40: Und ich hatte glücklicherweise diese schlimmen Erlebnisse gar nicht.

00:21:44: aber natürlich spürt man das und natürlich konnte ich diese Ansprüche damals nicht einhalten so die hatten waren ja halt eher gnädig.

00:21:50: so umso wichtiger dass man da eben so den normalen Weg nimmt und übers Oberthaus und tausendmal irgendwie mit Orchester in Arbeit immer besser wird ist auch etwas was man üben muss.

00:21:59: So Genau also.

00:22:01: irgendwie kam da ganz viel zusammen.

00:22:04: Was mir auch gesagt hat Das ist nicht dein Weg.

00:22:08: Gleichzeitig lief das andere aber auch irgendwie auf eine Art unabhängig davon, weil nur weil ein Weg jetzt sich vielleicht nicht als Deiner herausstellt, konnte sich bei mir trotzdem unabhängig davon die ganze Zeit irgendwie auch so eine Vision entwickeln was ich eigentlich selber geil finden würde oder was ich wichtig finde.

00:22:27: und da entstand eben der Gedanke hey gründe doch dein eigenes Orchester!

00:22:32: Und dass es in der Form ungewöhnlich war so gut wie alle Orsonbes, die es so gibt sich eben aus dem Orchester rausentwickelt haben.

00:22:40: Aus anderen Orkestern heraus, aus Jugendorchestern und sich das Orchester gegründet hat und nicht ein Mensch quasi in den Orchester gekündigt hat.

00:22:48: Und dieses Orchester gab's ja am Anfang auch noch gar nicht!

00:22:50: Das heißt was ich gemacht habe war... Ich hatte den Gedanken und die Visionen.. Ich möchte so Konzerte spielen dass nicht nur ältere Personen im Publikum sitzen, sondern alle also die ganze Bevölkerung und eben explizit auch jüngere Leute Lust haben dahin zu gehen.

00:23:06: Und was muss ich dafür anders machen?

00:23:09: Und natürlich brauche ich auch ein Orchester.

00:23:13: Hast du denn so sozusagen dich bewusst auch mit Leuten ausgetauscht und versucht sozusagen gleichgesintet zu finden ... auch so ein bisschen dieses Störgefühl, was du immer empfunden hast.

00:23:24: Also sozusagen... Hast du das manchmal so ein bischen abgecheckt bei anderen Leuten?

00:23:27: Seht ihr das auch so oder ist es für euch gerade so ein bißchen komisch?

00:23:30: Oder hast du dich da auch bischen mit allein gefühlt?

00:23:33: Ich glaube dadurch dass eben alle anderen aus dieser Bubble kamen hatten die dieses Stöhrgefühl nicht so sehr.

00:23:41: was sie halt hatten war so eine Neugierde und auch ne Lust, etwas Neues auszuprobieren.

00:23:47: Und die Gedanken, die ich da ganz am Anfang hatte waren schon welche, die die auch mitgetriggert haben.

00:23:53: Das war aber dann eher dieses positive Soals für neue Chancen entwickeln sich da auch für uns.

00:23:59: Mein Gedanke war eben okay das ist mein Ziel.

00:24:03: Ich will dass jüngere Leute klassische Musik lieben lernen.

00:24:06: Was muss ich dafür tun?

00:24:08: Und dann kam eben im ersten Schritt verschiedene Elemente und das mitentscheidende Element war eben, wo findet der Stadt?

00:24:16: Denn es war klar wir können nicht einfach im Konzertsaal spielen.

00:24:20: Weil dann kommt die jungen Leute wieder nicht weil sie gar nicht erwarten dass so was anderes passieren könnte.

00:24:24: Und weil das nicht ihr Ort ist.

00:24:26: So muss ich wissen normal sind ja nur ältere Leute führe ich mich irgendwie nicht zu Hause Das heißt Wo findet statt?

00:24:33: Und die zweite Frage ist, was machen wir denn dann?

00:24:35: Und die erste Frage wurde beantwortet mit dem glücklichen Umstand dass ich die Chance bekam.

00:24:43: Mit dem Schauspielhaus in Hannover das zusammen zu denken Die dafür offen waren und gesagt haben ja hier in unserem Treppenhaus Da könnten wir uns sowas vorstellen.

00:24:54: und dieses treppenhaus war auch konkret das was ich angefragt hatte weil es eben so ein ort ist der Perfekt ist.

00:25:00: das ist eine Hochkultur, ein Hochkultur Ort.

00:25:05: Wunderschön, Ultrakul und gleichzeitig diesen Partyort da finden.

00:25:09: oder haben damals immer ganz regelmäßig sehr legendäre Partys auch stattgefunden.

00:25:13: Und diese Mischung aus Hochkulturen und super niedrigschwellig und viele junge Leute kennen diesen Ort waren der Grund warum ich dahin wollte und natürlich dass es zum Theatergefühl gehört hat.

00:25:24: und diese Theaterwelt war für mich schon immer das inspirierendste und kreativste, womit ich auch unbedingt super gerne zu tun haben wollte.

00:25:31: Kanntest du jemanden da beim Theater oder warst du auf einer Party da?

00:25:35: Und was am Tanzen nach Silbo?

00:25:36: eigentlich wäre das doch der perfekte Ort für mein Konzert?

00:25:42: Beides!

00:25:43: Also ich war da tatsächlich auch einfach bei Partys und wusste, dass es das gibt ... ein, zwei Erlebnisse vor im Theater gehabt.

00:25:53: Ich habe mal meinen Traum... ich habe immer bei die Brüder Löwenherz die Schauspielmusik mitgemacht also bin da mal so eingesprungen und hatte so paar kleine Kontakte mit dem Schauspferhaus, die es mir ermöglicht hatten damit den richtigen Leuten mal zu sprechen.

00:26:09: aber das war jetzt nicht so dass ich krasse Verbindung irgendwo hin hatte oder auch dahin und deswegen war das alles easy sondern das war echt ein Glücksfall Und das war, wenn wir bei den Herausforderungen dann später sind.

00:26:22: Auf jeden Fall auch ein Thema ich hatte halt keine Ahnung.

00:26:26: Ich hatte keine Verbindung irgendwohin und ich hatte gar keine Ahnung wo mein Geld herbekommen.

00:26:32: Ich hätte ja wie gesagt keinen Orchester, ich hatte kein Publikum, ich habe gar nichts.

00:26:36: Was ich heute hatte war diesen Ort... Ideen, was man da machen könnte.

00:26:44: Das heißt ich hab rumtelefoniert, habe ein paar Leute mit Streiterinnen und Mitstreitern die ich damals so bisher in meiner Seite hatte aktiviert damit mir rein zu gehen Gedanken zu entwickeln und vor allem auch den Rest des Orchester aufzutreiben.

00:26:59: Und diese Vision was da passiert hatte sehr viel damit zu tun wie ich so einen Zugang zu klassischer Musik schaffen konnte.

00:27:09: und das ist irgendwie ganz schön, weil sich das finde ich heutzutage immer noch widerspiegelt in dem was wir machen.

00:27:15: Weil es eben keine intellektuelle Verordnung von klassischer musik will sondern eine emotionale.

00:27:24: Und so In den Gedanken Ich will dass junge leute auch klassische musik lieben lernen war halt für mich klar.

00:27:32: Ich fange jetzt nicht an, da mit einer Einführung zu arbeiten und zu sagen wir finden eine coole Person die am Anfang erzählt wie die Exposition in diesem Stück funktioniert.

00:27:42: Und dann spielen wir nur Mozart-Symphonie sondern mein Gedanke war Wie können wir diese Musik ganz niedrigschwellig emotional verankern bei den Menschen?

00:27:54: Da kam mir natürlich das Theater gerade recht.

00:27:57: ich hatte auch schon vorher ganz viele Theaterstücke an der Musikhochschule konzipiert und überlegt und mit Theater zusammengearbeitet, ganz viel mit Schauspielstudierenden gemacht.

00:28:08: Und meine Grundüberlegung war quasi wenn wir einen Schauspieler-Schauspielern haben die vor eine Beziehungskrise auf die Bühne legen und sich bis aufs Blut streiten und rausrennen und die Türe zuschlagen und dann beginnt Musik Brauche ich mir gar keine Gedanken zu machen, ob das bei den Menschen andockt.

00:28:29: Sondern es ist emotional sofort da, sie verstehen woran das anschließt und... Das war quasi das Konzept der ersten Jahre!

00:28:40: Der Classic Club damals wie er hieß in der Kumberlandischen Galerie immer Abende die wir mit Dramatogen aus dem Schauspiel zusammen entwickelt haben mit Regisseurinnen und Regisseuren Und meistens zwei Schauspielerinnen und Schauspelern.

00:28:57: Eigentlich verrückt, dass es jedes Mal wirklich ein richtiger Theaterabend entstanden.

00:29:01: Um die Musik herum im Endeffekt so ein bisschen wie einen Vorlauf jetzt vom Darkroom.

00:29:06: Das ist ja auch nur einfach im Dunkeln.

00:29:08: Die Musik steht im Kern aber drumherum erlebt man Geschichten und das waren die ersten Jahre und der Ort in dem das stattgefunden hat war eben die Kumballadche Galerie also ein Treppenhaus für alle, die es immer noch nicht mitbekommen haben warum wir so heißen.

00:29:26: Damals habe ich natürlich die ganze Zeit auch gedacht, Scheiße wir haben immer noch keinen Namen.

00:29:30: Was können wir denn machen?

00:29:32: Tausende von Ideen wie immer wenn man nach Namen sucht irgendwie alle blöd waren und wie das so ist wenn man im Theater ist, dass Theater beschreibt immer gerne was da ist und versucht die Dinge wirklich zu sehen.

00:29:49: Wir haben immer nochmal einen Namen, mein Dir wieso?

00:29:50: Ihr seid doch das Orchester im Treppenhaus.

00:29:55: Ich musste noch mal an sozusagen diese Situation denken, so aus meiner Perspektive.

00:30:01: Also wenn man so aus diesem Musikbetrieb Jugendorchester irgendwie alle wissen schon ein bisschen wo es lang geht hinkommt lustigerweise entsteht dieser Gedanke ich will was anders machen bei den meisten Leuten erst dann wenn sie in diesen Strukturen schon so ein paar Jahre drin sind also wenn du die Orchesterstelle hast und dich nach drei vier Jahren dann so umschaut und denkst

00:30:21: Was

00:30:21: kann man jetzt eigentlich noch weiter machen?

00:30:23: Ich kenne das jetzt, aber ich habe mich quasi qualifiziert auch.

00:30:25: Das ist ja bei uns immer so ein Riesenthema.

00:30:27: Ich hab mich qualifiziert für diese Position da reinzukommen und sich sozusagen zu behaupten an diesen ganzen Orten Musikhochschule-Job ist eine Riesenaufgabe und es überhaupt nicht selbstverständlich.

00:30:39: D.h.,

00:30:39: da überhaupt hinzukommen ist total schwierig und es ist total spannend weil wir in unserer Position erleben dass ganz viele Leute quasi geschafft haben, die sich qualifiziert haben.

00:30:52: Aber dann irgendwann genau dieses Störgefühl entwickeln aber irgendwie halt so fünfzehn Jahre später als es oder zwanzig Jahre später, als es dir gekommen ist weil sie eben merken ah okay ich mach das jetzt und... aber es gibt irgendwie so ganz viele Aspekte die dann erst auffallen sowie wie Schuppen von den Augen.

00:31:12: und das ist total spannend weil wir halt mit diesen genau diesen Leuten jetzt auch zum Teil zusammenarbeiten und die Teil des Orchester geworden sind, die eben diesen anderen Weg gegangen sind.

00:31:21: Die haben ihre Orchesterstellen sich erspielt oder haben sich qualifiziert und sind dann auf die Idee gekommen, hör mal das was ihr da macht ist irgendwie... Das stiehlt einen inneren Wunsch ein inneres Bedürfnis was vielleicht von Anfang an nicht ganz so klar war aber jetzt mir so offensichtlich erscheint.

00:31:42: Als junger Mensch stellt man das einfach nicht in Frage.

00:31:45: So ging es mir, weil...

00:31:47: Ich

00:31:47: würde sagen, ich bin auch klassisch.

00:31:49: Sozialisiert landesjugend Orchester spielt seitdem ich drei bin, Geige und dann irgendwann Bratsche und kennen das alles.

00:31:55: Und ganze Tausend Konzerte gespielt schon als Kind und Jugend musiziert gemacht.

00:31:59: Dieses ganze Ding!

00:32:01: Dann fängst du an zu studieren und dann ist irgendwie der Vortragsabend von der bratschen Klasse in Hannover und da sitzen dann so drei Leute im Publikum Und du spielst dann deinen Hoffmeisterkonzert, so denke ich mir ja gut kein Wunder dass es keiner hören will und blöde Stück.

00:32:18: Aber egal!

00:32:19: Aber du denkst nicht darüber nach und denkst dir also das ist mein Leben, das gehört so... Und wie du schon sagtest, aber ich habe die ganze Zeit in mir gespürt.

00:32:31: Es ist so eigentlich mehr... Wie geil wäre es denn mal zu improvisieren?

00:32:35: Zum Beispiel sowas.

00:32:36: Das zeige ich mich schon immer als achtzehnjähriger gedacht.

00:32:40: So ein Ort, das würde ich so gerne machen.

00:32:42: Habe mich das aber nie getraut und diese Zugänge gefunden.

00:32:47: Aber man geht zu diesem Trott und in der Ausbildung zum Musiker im Studium ... ist der Weg ja auch so vorgezeichnet.

00:32:58: Das ganze Studium besteht darin, dass du ja irgendwie dieses dumme Hoffmeister-Konzert ... ... schon irgendwann mal ich es noch mal sage... ... aber dieses blöde Hoffmeisterskonzert also bei uns bratsches Hofmeister Konzert bei uns geigen, weil wir geigen.

00:33:09: Es ist ein Mozart-Konzert beim Chillisten des Heidenkonzerten.

00:33:11: Dass das zum Glück nicht doof ist bei den Geigen?

00:33:13: Ja

00:33:13: genau!

00:33:13: Bei euch ist es nicht douf, aber bei uns ist es schon richtig doof.

00:33:16: Auf jeden Fall, dass Du halt dieses Stück lernst, weil Du das dann halt eben fürs Probespiel brauchst.

00:33:20: Also das und noch andere ist klar, aber ... Das ist irgendwie so stark Inhalt von deinem Studium.

00:33:28: Diese Pflichtaufgabe, die dann halt nur dafür da ist dass du bei einem Gäster vorspielen kannst um dort eine Stelle zu bekommen Und da führt der Weg hin.

00:33:39: und dann gibt es natürlich, gibt's noch so ein paar kleine Nebenwege.

00:33:43: Klar man könnte irgendwie Kammermusik machen aber damit kann man kein Geld verdienen das macht nur die Allerwenigsten.

00:33:48: Dann könnte man so List werden Aber dafür muss man irgendwie auf einem Bock drauf haben Zum anderen halt extrem gut sein und diese Persönlichkeit haben, dass man auch Bock hat Sein ganzes Leben alleine zu fristen und sehr einsam zu sein Das ist nicht für jeder Mann oder dann natürlich auch noch unterrichten, aber da ist das Pristisch dann.

00:34:10: Das ist irgendwie nicht so hoch angesehen wie die anderen Sachen.

00:34:12: was irgendwie auch quatscht ist also ja und aber keine Ahnung so als achtzehn, neunzehnt, zwanzig, dreieinzwanzigjähriger.

00:34:18: Denken muss ich so sehr ganz normal.

00:34:21: Aber das ist halt tatsächlich das Erstaunliche dass es nicht die jungen aller Jüngsten Leute sind.

00:34:25: Das erleben wir auch wenn wir mit Leuten aus dem Jugendorchester oder so sprechen und irgendwelche Projekte machen wo sie sozusagen sich ausprobieren sollen.

00:34:34: Das ist gar nicht so selbstverständlich, dass die auf neue Ideen kommen.

00:34:37: Sondern eigentlich will man erst sich in der Welt zurechtfinden wie sie isst und da reinpassen weil das will ja auch dazugehören irgendwie

00:34:46: Klar!

00:34:46: Und wenn ich jetzt vierzehn bin und im Lanz die Unorchesterklare nette spiele was habe ich denn für ein Bild von der Orchesterlandschaft?

00:34:52: also wo will ich denn hin?

00:34:54: Ich sehe ja keine freien Ensemble sondern ich sehe die Berliner Philharmoniker oder so.

00:34:57: ne Also ist ja ganz klar dieses Bild ist ganz klar geprägt von den großen Kulturorchestern, von festen Orchesterstellen.

00:35:06: Alles andere ist ja auch total... Wenn du jetzt hier mal beschreiben würdest wie dein Leben aussieht Mori würde man auch sagen es ist einfach extrem kompliziert.

00:35:14: und dann würde man als Dreizehnjähriger sagen so oh Gott keine Ahnung lasst mal lieber nicht feste Orchester anstehen.

00:35:20: Das ist auf jeden

00:35:21: Fall nicht so einfach zu beschreiben.

00:35:22: Ja genau das ist einfach kompliziert.

00:35:25: Genau das heißt also mein Glück war quasi dass da Bei mir, wie das so oft so ist wenn kreative Dinge entstehen.

00:35:34: Wenn zwei Welten aufeinander prallen die vorher nicht miteinander zu tun hatten und mein Ziel musste quasi sein euch zu finden Die eben schon in früheren Jahren auch schon gemerkt haben sie haben Lust auf anderes Und das war in den ersten jahren natürlich noch gar nicht wirklich so in der Form.

00:35:59: Dieses Orchester hat sich ja so, wie es jetzt auf den Bühnen spürbar wird.

00:36:05: Erst vor, ich würde sagen ab im Jahr ist das ab dem Jahr aus dem Jahr-Zwischen so langsam gebildet.

00:36:13: Das heißt da sind wie viel?

00:36:16: Acht Jahre schon vergangen gewesen.

00:36:19: Das ist sozusagen die

00:36:21: Mittelalter ...

00:36:22: Die Dunkelzeit wo es keine Aufzeichnungen gibt was davor war!

00:36:25: Ja, und ich meine das ist verrückt weil diese acht Jahre waren halt schon extrem krass auch.

00:36:32: Also die Jahre danach waren auch krass auf eine Art.

00:36:35: aber in diesen acht Jahren es gab halt quasi nichts.

00:36:39: also Ich hatte immer eine zwei Mitstreiterinnen an meiner Seite Die einfach ehrenamtlich ganz viel Zeit da reingesteckt haben und ganz viele mitgeholfen haben.

00:36:54: Unglaublich toll.

00:36:56: Ich

00:36:59: habe ja quasi fünfzig Stunden die Woche für dieses Orchester gearbeitet, ohne irgendein Pfennig dafür zu bekommen und auch das Orchester hat im ersten Jahr zum Beispiel noch gar kein Geld bekommen als jeder gespielt haben oder die Menschen, die da gespielt sind.

00:37:11: Und ich hab' quasi immer irgendwie so auf Zeitmenschen gefunden, die sich damit eingebunden haben und die geholfen haben.

00:37:20: unglaublich viel an mir.

00:37:22: Ich kann mich noch erinnern, dass ich bei einem Projekt zwei Transporter gefahren habe den einen Transporter mit dem ganzen Schlagwerk, den anderen Transporter Da von dem Konzertort wieder zurück um den anderen Transporter abzuholen, da muss ich selber noch das Licht aufbauen.

00:37:44: Dann noch schnell das Konzern dirigieren und am Schluss irgendwie alles wieder zurückbringen und abbauen und so.

00:37:49: Und es war auch noch in einer anderen Stadt und dann noch irgendwelche Fünfzig Stühle noch in den vierzehnten Stock allein zurück bringen um nachts um drei und solche Situationen gab's die ganze Zeit.

00:38:01: Also völlig absurd!

00:38:02: Und dazu gabs eben diese tollen Menschen, die geholfen haben drei, vier fünf Leute die relativ stabil in den ersten Jahren auch dabei waren.

00:38:15: Dann ganz viele, die einfach ein Projekt mal gespielt haben und dann wieder andere Wege gegangen sind – also Tine ist ja wirklich die einzige, die diese Zeit noch miterlebt hat und Anne eine Haare, die auch in diesen Zeiten schon dabei war, die überhaupt wissen was damals eigentlich los war.

00:38:35: Das ist ja auch ganz witzig!

00:38:36: Wir haben neulich ... ein Konzert gespielt, das war die... Was war das?

00:38:43: Das ist Schattentheater, das letzte.

00:38:45: Nee, Schattenkonzert, genau!

00:38:47: Im sogenannten Conti-Foyer in der Uni hier in Hannover.

00:38:51: und das war so witzig weil dann irgendwann mal ihr so gesagt habt ja hey das ist eigentlich ein ziemlich coole Ort Da könnte man öfter noch Konzerte spielen.

00:38:59: ich meine Ja.

00:39:00: also nachdem wir zwei Jahre lang im Der Kommeland schon Galerie gespielt hatten ... mussten wir da ausziehen, aus unterschiedlichen Gründen und... Wir sind in dieses Conti-Feuer gezogen.

00:39:10: Wir haben zwei Jahre lang da damals Konzert gespielt.

00:39:13: Das weiß niemand mehr.

00:39:14: Guter

00:39:15: Ort!

00:39:15: Ja das war ein

00:39:15: Acht bis Jahrzehnt oder so.

00:39:16: was in der

00:39:17: Richtung war krass.

00:39:19: Weil genau das lag auch daran, dass tatsächlich dieses... dieser Klassik Club richtig gut funktioniert hat.

00:39:26: also bei allem was damals nicht da war.

00:39:28: es gab keine Strukturen kein Geld nichts ich hatte keine Ahnung von gar Nichts.

00:39:33: Es war völlig absurd damals zu denken dass wir mal bei irgendeinem Festival spielen würden, das irgendjemand außerhalb von Hannover von uns hört.

00:39:42: und trotzdem haben diese Veranstaltungen da super gut funktioniert waren echt auch richtig coole und manchmal ultra witzige und dramatische Abende da mit den Schauspielern, Schausspielern.

00:39:54: Und das war immer ausverkauft!

00:39:57: Allerdings... Ausverkauf heißt halt auch man konnte es immer nur ein einziges Mal spielen weil das halt im Schauspielkalender sonst gar keinen Platz mehr gefunden hat.

00:40:07: Man hätte es irgendwie vier Wochen später für ihn nochmal machen können.

00:40:09: Das geht ja bei uns immer nicht.

00:40:15: Also das war immer ganz schnell ausverkauft also man konnte dafür eigentlich gar keine Werbung mehr machen und so.

00:40:21: Das heißt auch, dass war ein Grund warum wir da mal raus mussten irgendwie in die freie Welt gehen mussten.

00:40:27: aber das war natürlich auch einen Grund warum ich das überhaupt durchgehalten habe über die ganzen Jahre An dieser Vision festzuhalten, dass es Sinn ergibt so was auszuprobieren und neue Wege zu gehen.

00:40:39: weil ich gemerkt habe da sind viele junge Leute.

00:40:42: Da sind auch ältere Leute aber das ist einfach ein total tolles gemischtes Publikum ganz vielen Menschen die so vorher noch nie klassische Musik gehört haben die dann da richtig angefixt waren danach und die gemeint haben so was war?

00:40:53: es ist so ein toller Abend.

00:40:55: Es gibt jetzt immer noch Menschen, die damals da waren, die noch von diesen Konzerten damals erzählen.

00:41:01: und wenn das glaube ich nicht so gewesen wäre dass das auf eine Art auch ein Erfolgserlebnis war, dass sich gemerkt habe da ist etwas in dieser Vision was Sinn ergibt daran zu bleiben Dann hätte ich diese ganzen Härten der nächsten Jahre mit Teams die dann weggebrochen waren mit unglaublichen Geldproblemen Unglaubliche Learning, was vor allem auch ich gehen musste in den ganzen Jahren.

00:41:24: Was eigentlich bedeutet so eine... So ein Unternehmen aufzubauen hätte ich glaube ich einfach niemals durchgehalten.

00:41:30: Wie viel also wenn du sagen müsstest pro Jahr wie viele Konzerte habt ihr damals und dieser wirklich allerersten dunklen mittelalterlichen Zeit?

00:41:41: Wie glaubt ihr da so gespielt eigentlich?

00:41:44: Also es waren tatsächlich im den ersten zwei jahren in jedem Jahr vier konzerte über das ganze Jahr verteilt, immer in der Kumberlandischen Galerie und das war es.

00:41:55: Dann fing es eben an dass so eine Förderung gab vom Land wo ich dann auch gemerkt habe ah es gibt Förderungen man muss sich dafür bewerben.

00:42:05: wie geht das überhaupt?

00:42:05: Und die haben damals gesagt jedes Konzert was wir fördern muss an drei verschiedenen Orten stattfinden.

00:42:13: Das heißt den nächste Challenge war für mich Und die zwei Leute, die mir da geholfen haben rauszufinden.

00:42:20: Wenn wir ein Konzert in Hannover spielen, wo wären denn zwei andere Orte in Niedersachsen?

00:42:24: Wo wir das auch noch spielen können.

00:42:26: Superabsurds!

00:42:28: Also wir haben lustigweise in Lüneburg damals einen tollen Ort gefunden mit einem Studentchenverein vor Ort Die für uns dann auch zwei Jahre lang diese Konzerte organisiert haben.

00:42:39: Aber der dritte Ort war eine Katastrophe.

00:42:41: also es gab Konzerten wo wirklich Weiß ich nicht, nach Osnabrück mit dem ganzen Orchester und im Schauspiel und Licht und angefahren sind.

00:42:47: Und da waren zwei Leute in Publikum!

00:42:50: Weil natürlich kann man nicht einfach irgendwo anders hinfahren im Konzertspiel.

00:42:55: Aber woher sollten wir denn da Partner und Partnerinnen haben?

00:42:58: In anderen Städten... Also es war schon auch eine bisschen absurde Förderung die uns fast das Genick gebrochen hätte.

00:43:06: aber das hat dann zugeführt dass wir zwei Jahre lang immer jedes Konzern ... dreimal gespielt haben, also waren es schon zwölf Konzerte im Jahr.

00:43:16: So und dann kam vielleicht mal irgendwo hier mal eine Anfrage, so ne ganz kleine dazu... ...im Rahmen der Musikhochschule immer irgendwas zu spielen.

00:43:24: das waren so die Anfänge.

00:43:25: Gab's doch mal Stillstand?

00:43:27: Also so ein Ja wo eigentlich nix war oder Pause?

00:43:32: Nee eigentlich nicht!

00:43:33: Also ich hab irgendwie nach diesen ganzen Anfangsjahren... ...Zwahltausend elf irgendwann gemerkt Ich bin... komplett fertig.

00:43:40: Es geht gar nichts mehr, ich muss mal ein halbes Jahr raus und da habe ich einen halben Jahr lang eine Auszeit genommen und es gab eigentlich keine Orchesterprojekte.

00:43:53: allerdings lief da gerade eine Produktion mit dem Schauspielhaus dann in Hannover zusammen wo wir den Silbersee von Kurt Weil gespielt haben und die lief weiter.

00:44:01: während der Zeit hat dann jemand anderes seriiert.

00:44:04: das heißt noch nicht mal da gab's wirklich einen Stillstand.

00:44:06: Das ist so lustig.

00:44:07: mein erstes Treppenhausprojekt, was ich von außen gesehen hab.

00:44:10: Bevor ich zum ersten Mal mitgespielt habe ein paar Konzerte von außengesehen war Silber sie und du hast noch nicht mal dirigiert.

00:44:16: Mir wurde schon so von dir erzählt und ich hab dann gedacht, das hab' ich mir irgendwie ganz anders vorgespielt den Menschen.

00:44:22: Das wird ein ganz anderer Mensch gewesen?

00:44:24: Ja

00:44:24: ja!

00:44:24: Und du warst auch mal in Neuseeland irgendwann während der Auszeit.

00:44:30: ... bei einem Abschluss von einem damaligen Orchestermitglied, die spielt jetzt heute in der Oper und ist oft auch noch bei Treppenhausprojekten dabei.

00:44:40: Und da warst du im Publikum... ...und da habe ich dich zum ersten Mal kennengelernt und du warst ultra braungebannt, sah aus wie so ein Surfertyp!

00:44:49: Was ist das für du?

00:44:51: Also du hast auch wirklich rein vom optischen überhaupt nicht in diese bisschen studierte ... leicht steife Hochschulabschlusswelt reingepasst.

00:45:05: Also so... Also ich war wirklich, kann mich noch erinnern an so eine leichte Irritation.

00:45:10: Wer ist der Typ?

00:45:11: So habe ich das euch nur nie erzählt!

00:45:15: Nee, das stimmt.

00:45:17: Ja irgendwie waren das dann die Zeiten ... ... weiß ich auch nicht.

00:45:21: da hat sich dann langsam doch ein bisschen was aufgebaut.

00:45:25: es war immer noch extrem weit davon entfernt dass wir Strukturen aufbauen konnten also immer noch lang nicht, irgendwie noch nicht mal eine halbe Stelle, die wir irgendwie vergeben konnten oder so.

00:45:36: Aber wo so langsam so Anfänge dieses Orchester sich herausgebildet haben und das weiß ich auch nicht... Ich habe dich zum ersten Mal gesehen wie du im Hochschulorchester gespielt hast und wir als Konzertmeister gemacht bei, weiss gar nicht mehr was, ein Projekt?

00:45:50: Es war West Side Story mit AG und American in Paris und so

00:45:55: Genau, mein damaliger Professor hat dirigiert und du warst der Konzertmeister.

00:45:59: War es auch so eine sehr ungewöhnliche Figur irgendwie auf einer Art?

00:46:02: Ich fand dich nicht so wahrgenommen!

00:46:06: Und wie das immer so ist an der Musikkurschule, sondern dann wird er immer so ja guck mal da ist der Moritz, der spielt richtig toll unseren guter Typ und so.

00:46:12: Und habe ich auch gedacht so cool, dass wäre eigentlich gut wenn der auch mal bei uns spielen würde und so.

00:46:18: irgendwie sind wir erst gar nicht zusammengekommen ... weil wir so ein Projekt gemacht haben damals gegen Putin.

00:46:26: Also, wir sind so...

00:46:28: Stimmt, sie macht das irgendwie ins... So

00:46:30: ob er.

00:46:30: irgendwie hat Putin in Hannover irgendeine Veranstaltung gehabt und wir wollten echt einfach nur da hinziehen und Musik machen quasi als Protest gegen, ich weiß gar nicht was damals das Thema war aber es war auf jeden Fall schon eher Und ich fand es spannend, weil du irgendwie gesagt hast, nee.

00:46:47: Ich würde erst mal genauer wissen was da eigentlich Sache ist und warum geht's da eigentlich genau?

00:46:51: Und so pauschal will ich gar und so.

00:46:54: Fand ich eigentlich total spannend aber erstmal sind wir gar nicht zusammengekommen.

00:46:58: Es war dann ein weiteres Projekt.

00:47:01: Du bist ein

00:47:01: bisschen früher als ich glaube so ein halbes Jahr oder

00:47:04: so.

00:47:04: Also von diesem Putin-Projekt habe ich zum ersten Mal...

00:47:07: Die

00:47:08: haben achtes Streichquartett von Shostakovich gespielt, so ein bisschen als Protestaktion.

00:47:13: Spannend!

00:47:14: Im heutigen Rückblick hätte ich eigentlich sehr gerne mitgespielt.

00:47:18: Es ist auch witzig, dass du da so nachgefragt hast oder sowas.

00:47:23: Hätte ich nicht gemacht gesagt ja klar.

00:47:26: Ja das war schon speziell, wir sind quasi zu der Demo gefahren und haben einfach uns hingesetzt und gespielt.

00:47:32: Also jetzt nicht so ein Arty.

00:47:34: Wir gehen in irgendein Raum und entwickeln einen Projekt zum Thema Russland.

00:47:39: Das war schon nachverziehbar.

00:47:41: Ja, war schon

00:47:43: ein bisschen rupiger die Projekte dann teilweise.

00:47:45: Auf jeden Fall!

00:47:46: Da müsste auch noch mal eine Folge zu machen, so den ganzen...

00:47:49: ...jugendsten Willen

00:47:50: und Dingen, die damals passiert sind.

00:47:53: Genau Janik, ich kann mich an dich das erst mal erinnern glaube ich beim Darkroom.

00:47:57: Wow, ich bin auch immer überlegen.

00:47:59: Ich glaube irgendwie, ich meine es erste Mal wo ich dabei war, haben wir Souvenir de Florence gespielt.

00:48:05: Das war glaube ich noch was anderes.

00:48:07: Also im inklusiven Projekt?

00:48:08: Ja

00:48:09: vielleicht.

00:48:11: Das kann nicht sein, weil da war ich auch schon dabei und du warst vor mir dabei.

00:48:14: Ich glaube das haste den

00:48:15: allerersten Darkroom, den Polar-Darkroom.

00:48:17: hast Du glaube ich gespielt?

00:48:18: Also an dieses Projekt kann ich mich sehr gut erinnern.

00:48:20: im Zirkuszelt beim Haus der Jugend und ich weiß nicht mehr ging es so, ich saß in den Proben und dachte mir so Boah, so ein Quatsch!

00:48:30: Und weil ich weiß irgendwie nicht, weil es war ja auch einfach... nicht so gut organisiert, wie es jetzt ist und alles ein bisschen rumpelig.

00:48:38: Und hier und da und die Idee hier und so.

00:48:41: Und ehrlich gesagt hat man erst so richtig verstehen können was das jetzt hier für ein Projekt ist nachdem man's das erste Mal vor Publikum gespielt hat.

00:48:51: So dann ist das wirklich alle zusammengekommen und da hat man wirklich gecheckt zu der Generalprobe.

00:48:54: Da ist man nicht so aufnahmefähig Da war ich dann begeistert.

00:49:00: Und auch nicht vergessen, weil wir haben zwei oder drei Konzerte gespielt mindestens.

00:49:04: Also mindestens zwei vielleicht sogar drei und das erste war so ganz okay besucht also war schon voll.

00:49:11: Und am zweiten Tag wo es nochmal gespielt hat sich das so sehr rumgesprochen dass da vor diesem Haus der Jugend von diesem Zirkuszelt war eine Schlange bis zur Straße.

00:49:19: unglaublich viele Leute die man halt auch von denen irgendwie die Hälfte der Schlange musste man dann wieder nach Hause schicken und sie mussten am nächsten Tag wieder kommen, aber beim nächsten Tag war die Schlange dann noch länger so bis zum Maschsee gefühlt.

00:49:32: Und irgendwie die Reaktion Wie man da Musik macht und wie dann Schauspiel, Text und Musik.

00:49:41: Und das Setting ist ja auch ein spannendes Setting, weil das Publikum liegt auf Feldbetten... Ich weiß nicht, ob wir sie damals schon reingebracht haben, reingeführt haben zu ihren Plätzen oder die einfach so hingegangen sind?

00:49:51: Weiß ich nicht!

00:49:51: Ist doch egal.

00:49:52: aber das Setting...

00:49:53: Das kann schon

00:49:55: sein.

00:49:55: Und mich hat auch geflecht diese Wucht von den Grundsprechern also ... Die haben er einfach schon wirklich... die Orgene auf eine ganz tolle Art und Weise mit Sprache und Text um.

00:50:09: Und das dann halt in Kombination mit Musik macht das Ganze, macht halt diesen Text so wahnsinnig besonders und so schwer... Das hat mich einfach fasziniert!

00:50:19: Und es hat mir schon auch ein bisschen die Augen geöffnet.

00:50:21: Also war schon so einen Moment wo ich dachte, okay krass, ja ok, so geht's auch?

00:50:26: Und das war ja auf jeden Fall ne Zäsur damals.

00:50:30: Bis dahin war auch schon super viel passiert.

00:50:32: Also wie gesagt, das waren ja schon acht Jahre vergangen und wir haben nicht nur diesen Klassik-Club gespielt bis dahin.

00:50:37: Wir haben Notfallkonzerte sind schon vorher entstanden.

00:50:44: Auch diese anderen Notfall Konzerte gespielt die auch irgendwie auf eine Art ganz toll waren wo wir mit dem THW oder die Schlaganlage angegriffen haben.

00:50:54: Aber das war schon ein bisschen ... Also es gab so diese allerersten Notfallkonzerte, da kann ich mich erinnern an einen Plakat wo irgendwie aus einem Einsatzwagen raus mit so Nebel alle rauskriegen und dann war Mikael mit seiner Trumpete in seiner Posaune, also ich kann mich an die Plakate die in der Hochschule hingen erinnernen.

00:51:14: Das hat man als Studi damals schon irgendwie wahrgenommen und hatte so einen gewissen Interessant, mysteriösen Flair, den man aber nicht so ganz zuordnen konnte.

00:51:26: Ja,

00:51:26: ich glaube es gab damals auch noch andere studierenden Orchester die sich rausgegründet haben, die irgendwie mehr in der Hochschule verankert waren?

00:51:33: Hatte ich das Gefühl... Ja

00:51:34: ja, es gab dieses Shostakovich-Orchester.

00:51:36: Ja genau, stimmt!

00:51:37: Solche Sachen gab's die aber halt

00:51:39: wo

00:51:40: die dann halt irgendwie auch versucht haben und sie natürlich auch die fahren geschrieben haben wir machen alles anders, aber letzten Endes haben die alle nichts anderes gemacht.

00:51:48: So haben einfach das gemacht, was jedes andere Orchester macht und das Treppenhausorchester hatte damals schon so einen speziellen Ruf also einen guten Ruf aber es war nicht so tief in der Hochschule verankert allein schon weil alle anderen Orchester dann auch immer in der Musikhochschule ihre Konzerte gespielt haben zum Beispiel.

00:52:07: Das war irgendwie so das Ding und Tremmausorchester war woanders.

00:52:10: und ja ich habe immer diese Plakate gesehen und dachte mir so was ist das?

00:52:16: Also es ist schon super anspruchsvoll so ein neues Ensemble, sei es ein Kammerorchester oder irgendwas hochzuziehen.

00:52:25: Also alleine irgendwie Ticketverkäufe-Werbung, Pipapo... Das sind Stühle, Notenstände an Noten.

00:52:32: Wenn man das mal versucht selber zu machen weiß man wie viel Arbeit das alles ist.

00:52:37: und Thomas du bist dann irgendwie diese extra Meile gegangen mit Licht, mit Schauspiel, mit Inszenierung also mit sozusagen tausend extra Ebenen, die noch dazugekommen sind.

00:52:48: Das ist immer noch.

00:52:49: heute stellt das uns für krasse Herausforderungen weil wir eben zu diesem extremen Aufwand den sowieso schon die Organisation eines Orchesterkonzerts an einem ungewöhnlichen Ort ist dann auch diese zusätzlichen künstlerischen Ebene reinbringen.

00:53:06: und da stelle ich mir halt gerade in der dunklen Mittelalterzeit ultraanspruchsvoll vor, du hast jetzt gerade so einen kleinen Einblick mit diesen zwei Transportern.

00:53:14: Gibt es noch weitere Unmöglichkeiten die Mieter passiert sind?

00:53:21: Naja also ein Thema waren natürlich auch immer die Orte denn es ist natürlich unglaublich viel leichter das haben wir halt gemerkt wenn man nachdem wir ausgezogen waren aus dem Schauspielhaus an einem Ort was zu veranstalten der genau dafür gemacht ist nämlich zum Beispiel Kumba-Landsche Gallery Sobald man da nicht mehr ist, merkt man was es bedeutet wenn es keinerlei Infrastruktur gibt.

00:53:44: Wir haben ja schon damals immer an sehr ungewöhnlichen Orten gespielt und diese Orte dann dafür einzurichten das überhaupt hinzukriegen, überhaupt dahin zu dürften.

00:53:53: Was wir an Anträgen geschrieben haben ans Ordnungsamt um irgendwie eine Sondernutzung, also Katastrophe.

00:54:01: und es kommt auch dazu dass wir quasi immer selbst veranstaltet haben.

00:54:06: Also andere Aushornbis, andere Quartette gründen sich, spielen ein Wettbewerb und werden dann eingeladen.

00:54:11: Und spielen die ganze Zeit bei Veranstaltern, die halt veranstalten und wissen wie das alles läuft?

00:54:17: Wir haben alles selber gemacht!

00:54:20: Bis wir das erste Konzert gespielt haben was nicht von uns selbst veranstaltet war sind Jahre vergangen.

00:54:27: Das waren schon krasse Herausforderungen... ...und nachdem eben diese ganzen ganz wilden Jahre vorbei waren, war eben dann so echt diese Zeit.

00:54:41: So im Jahr zwei Tausend Dreizehn und Zwei Tausends Vierzehnte glaube ich eine ganz wichtige weil da eben zum Beispiel das passiert ist was du gerade beschrieben hast ja nicht wo ich auch das erste mal dachte hier passiert gerade etwas dass es irgendwie groß.

00:54:56: Da ist so eine Faszination da und das war auch ne Zeit, in der wir über Jahre sehr intensiv mit einem Dramatogen- und Regisseur zusammen gearbeitet haben – mit Volker Bürger, mit dem wir jetzt immer noch viele Sachen machen, die ganz viel super entscheidend Impulse reingebracht hat, auch mein Horizont extrem erweitert hat.

00:55:20: wie gesagt also ich habe eigentlich Jahrzehnte lang haben wir nur gelernt, die ganze Zeit neue Dinge gelernt.

00:55:27: Und so viele Sachen reingebracht hat.

00:55:29: auch Pay What You Can zum Beispiel hatte er aus Kanada mitgebracht weil er das da kennengelernt hatte.

00:55:35: Er hat niemand damals gemacht in Deutschland.

00:55:39: ich glaube wir waren mit den ersten überhaupt die das deutschlandweit gemacht haben und das war auch wichtig gewesen für unser Konzept junge Leute und auch andere Menschen ins Publikum zu holen dass es nicht eben ... abschreckende Eintrachtspreise gab, selbst sieben Euro waren für junge Leute damals zu viel.

00:55:58: Also es war einfach Geld, die sie vielleicht für so was nicht zahlen wollten... weil sie ja danach gar nicht gesucht haben.

00:56:04: Absurd!

00:56:05: Und soweit man gesagt hat das ist erst mal egal und guck mal danach... war schon viel besser.

00:56:10: also es war super wichtig dann ihn auch dabei zu haben... und dann eben euch langsam dazu zu gewinnen Und auch zu merken, da gibt's jetzt so ... Das

00:56:20: waren genau die Jahre, wo wir dann gekommen sind.

00:56:22: Wer ist die, ob du schon in den Jahr- und Zwei-Ton-Zwölf?

00:56:24: Nee, ich glaub, kommt schon hin!

00:56:25: Im Jahr-und-Zwei-Tausend-Reizchen muss es gewesen sein.

00:56:28: Also erste Anfrage, ich hab das ja schon mal im Podcast erzählt war so... Ich habe jetzt die E-Mail leider nicht gefunden, aber es kam wirklich von Anna Haarra damals.

00:56:36: Und ich hab mich sehr gefreut irgendwie.

00:56:38: Auch einfach weil, weil ich dachte so, oh, klingt irgendwie spannend und zwanzig, wie so sieben Proben Tage vier Konzerte, Gage, sechshundert Euro.

00:56:46: Ich dacht mir, geil Okay.

00:56:49: Aber es ist ja gut, als wir dazugekommen sind gab's schon Gagen.

00:56:53: Ja tatsächlich!

00:56:54: Wir haben wahrscheinlich

00:56:54: nicht die ganz raffer Zeit... Ja,

00:56:57: wir müssen eigentlich also totale Dankbarkeit für die Menschen, die das auch am Anfang mitgetragen haben, die da auch mit sehr viel Idealismus dabei waren und jetzt wahrscheinlich aus allen möglichen Gründen was ganz ganz anderes machen.

00:57:10: Das ist schon noch spannend.

00:57:12: Und vielleicht weil du gerade nachgefragt hast Es gab natürlich viele Phasen und Situation, in denen eigentlich klar war, weißt du was wirklich ist?

00:57:23: Also hör einfach auf.

00:57:25: Es macht dich kaputt!

00:57:26: Das war ja auch wirklich über ganz viele Jahre nicht witzig.

00:57:30: Es gab immer wieder ganz unglaublich tolle Erlebnisse und Konzerte.

00:57:35: aber insgesamt war es vor allem für mich gar nicht erträglich unter diesen ganzen Bedingungen dieses Dingen aufzubauen.

00:57:44: Und ich erinnere mich an eine Situation, die vielleicht so ein bisschen die härteste war.

00:57:49: Wir hatten eben diese Phase hinter uns wo wir im Schauspielhaus gearbeitet hatten mit den Menschen am Haus.

00:57:59: dann hatten wir eine Phase in denen ich Menschen aus dem Schauspielhaus mitgenommen habe vor allem ein Regisseur und eine Dramaturgin, die irgendwie darauf Lust hatten mit mir weiter diese Projekte zu entwickeln.

00:58:16: Und in dieser Phase gab es eben diese Situation wo wir auch diese Auswärtskonzerte dann immer machen mussten und ich kann mich erinnern an eine Fahrt zurück und zwar war das so... Wir hatten drei Konzerte gespielt Ich hatte mich wie immer um alles gekümmert und das Licht selbst aufgebaut.

00:58:36: Und da bin ich auch den Transporter gefahren, zurück aus Göttingen.

00:58:42: Wir hatten in Götdingen einen Auftritt gehabt, wo auch nur total wenig Leute waren zusammen mit einem Verein, der es irgendwie organisiert hat.

00:58:49: Auch ein studentischer Verein, die sich natürlich nicht genügend beteiligt gefühlt gehabt haben.

00:58:55: Das war wirklich komplett chaotisch!

00:58:58: Alle waren unzufrieden.

00:59:00: Und als sie wieder weggefahren und mit mir in dem Transporter saßen, der Regisseur und die Dramatogen.

00:59:06: Die beiden haben wir die ganze Fahrt lang einfach genahe denn los erzählt dass es so alles nicht geht.

00:59:15: Das eine Katastrophe ist und das hier raus sind.

00:59:17: Da bei dieser Fahrt ist quasi alles zusammengebrochen.

00:59:22: ich habe gemerkt, ich hab jetzt kein Schauspielteam mehr, das mit mir Projekte entwickelt Diese Auswärtskonzerte, das funktioniert alles nicht.

00:59:31: Die Partner da die wollen wahrscheinlich sowieso nix mehr mit uns machen.

00:59:35: Ich muss jetzt noch den Transporter gleich noch irgendwie wegbringen und gucken wie ich diese ganze Technik wieder irgendwann mal in den nächsten Tagen irgendwie oder wegbringe und was weiß ich?

00:59:43: Und Wie gesagt ein Orchester gab es auch nicht gab gar nichts mehr um mich rum und Auch dass die ganze Zeit einfach von denen beiden zu hören so was alles irgendwie scheiße läuft was nicht funktioniert und so War schon echt richtig hart.

01:00:01: Und das sind dann so Situationen, wo ich mich heute immer noch frage mache.

01:00:04: So ein Teufel hab' ich dann da immer noch weiter gemacht.

01:00:06: Also was hat mich daran gehalten?

01:00:08: So eine komische Hartnäckigkeit und Naivität.

01:00:11: Das ist halt

01:00:12: irgendwie nicht verlassen.

01:00:13: Weil

01:00:14: es gibt halt so viele Ossambles die alle auch irgendwie angefangen haben und wahrscheinlich schon zehn Schritte vorher aufgehören also... aufgelöst worden sind, ich meine wir alle haben irgendwie auch noch Quartett gespielt und das kommt dann so schnell zu persönlichen Zerwürfnissen oder irgendwer kriegt eine feste Anstellung oder irgend wer will ein anderes Land ziehen.

01:00:36: Es gibt da so viele Alternative Universes wo sozusagen dieses Orchester hat.

01:00:44: also die Wahrscheinlichkeit dass es diesen einen Weg gibt wo dieses Orkestern überlebt und ist astronomisch klein eigentlich.

01:00:52: Ich würde auch sagen, dass das auch die dies geschafft haben.

01:00:56: Irgendwie glaube ich nicht so ne... Also das hätte ich wirklich weiß es jetzt nicht aber ich hab's Gefühl das geht dann auch schneller.

01:01:02: also ich finde wie so ein Fall.

01:01:03: ich weiß auch nicht also ob wir jetzt unseren Durchbruch schon hatten oder nicht ist ja auch scheiß egal.

01:01:07: Aber irgendwie stehts jetzt auf so auf vier Füßen, die irgendwie schon auch... also die nicht bei jedem Windstoß umfallen und so was.

01:01:16: Also passt schon.

01:01:17: aber wie die Genese, das ist das zwanzig Jahre, fühlt sich, also fühlt es sich lang an einfach?

01:01:24: Ja genau!

01:01:25: Ich würde sagen, es liegt zum einen daran dass ich eben wirklich keine Ahnung hatte und zwar über viele Jahre keine Ahnung hatte.

01:01:33: Auch das ist ja ein Unterschied.

01:01:35: Sehr viele Menschen, die so Osan bis gegründet haben waren ja in dieser Bubble komplett drin und hatten Tausende von Kontakten, haben soweit sie was Cooles geschaffen haben.

01:01:48: Hatten die dann schon den einem coolen Typen dem sie davon erzählt hat da konnten?

01:01:52: Und dann konnten sie aus seinem Festival mal spielen und dann wurden sie gesehen und dann wurde sie von anderen.

01:01:56: Nichts davon hatte ich auch das meiste von Gabis damals auch noch gar nicht als ich damit angefangen habe.

01:02:01: Das war ja zehn Jahre bevor ganz viele der dieser neuen Sachen, die man jetzt so kennt überhaupt entstanden sind.

01:02:08: Also ich hatte null Kontakte, ich hatte keine Ahnung.

01:02:12: Es gab nicht das Ensemble was es gegründet hat sondern einfach so diesen einen Menschen ... Riesenunterschied macht.

01:02:19: wenn ein Ensemble sowas gründet, hat man direkt ... ... zwanzig Leute die anpacken können, die was machen könnten wo man aufgaben verteilen kann.

01:02:25: Vierzieschultern.

01:02:25: Ja ja.

01:02:26: Dass dir auch solche Krisen auffangen auf eine Art.

01:02:29: Manchmal brauchen wir wirklich einfach nur so ist nicht so schlimm wie man weiter so etwas sagt.

01:02:32: oder

01:02:32: Wenn eine Person richtig mal am Boden ist dann übernimmt die andere Thomas du... Du musstest dich selber vom Boden irgendwie auflesen, dann in so einer Situation zum Beispiel.

01:02:42: Aber krass!

01:02:43: Und andere konnten dann

01:02:44: z.B.,

01:02:45: wer sobald man ein Projekt hat, aktiviert man den ganzen Kolleginnen und Kollegen von Landesjugendorchester oder BundesjugendOrchester mit denen man gespielt hat?

01:02:52: Ich kannte keinen Menschen so ungefähr nicht.

01:02:54: Ich kante fünf Leute die ich an der Musikhochschule kannte, mit denen ich irgendwie zu tun hatte.

01:02:59: Andere wissen einfach so ein bisschen wie das Business läuft was es so gibt... Keine Ahnung von gar nichts.

01:03:06: Deswegen hat es so lange gedauert, außerdem habe ich ja wirklich damals was ganz Neues gemacht.

01:03:12: also kein Konzertveranstalter damals konnte solche Sachen irgendwie veranstalten hatte damit irgendwie etwas zu schaffen ist

01:03:18: heute noch immer noch anspruchsvoll genug obwohl wir eine super Agentur haben die da ganz tolle sozusagen wie soll ich sagen Bildungsarbeit macht und auch der Markt inzwischen sich extrem verändert hat.

01:03:29: Es ist nach wie vor schwierig auf eine Weise einzuordnen in einer Kategorie, die alle mit dem ersten Blick verstehen.

01:03:39: Es ist nach wie vor so... Ich habe so viele Momente gehabt wo ich erzähle ja, ich bin ein Orchester im Treppenhaus, im Treppehausorchester und wo dann halt Leute erstmal so'n Eier spielte auch mal mehr auf der Toilette oder wie ist das?

01:03:50: Also also so einen blöden Witz bringen weil einfach der Name auch schon so

01:03:56: Dann haben wir auch ein großes Problem.

01:03:57: Riesen,

01:03:59: das Gegenteil von dem ist was normalerweise bei klassischer Musik zählt nämlich den prästisch richtig hochwertiges Produkt was irgendwie was hermacht wo die Leute sich gerne mit assoziieren.

01:04:11: und es war halt immer nicht das was bei uns sozusagen in erster Linie zu sehen war.

01:04:16: zumindest ja

01:04:17: Ja genau.

01:04:18: und dann sind wir halt, muss man doch immer mal wieder sagen.

01:04:20: Wir sind halt in Niedersachsen und in Hannover.

01:04:22: also alles was man hier macht hat sehr viel schwerer gesehen zu werden als wenn man jetzt irgendwo in Berlin so ein Projekt startet oder vielleicht in Hamburg oder so.

01:04:31: Also kam irgendwie ganz viele Sachen zusammen die auf jeden Fall glaube ich das ganze um bestimmt sechs Jahre verzögert haben bis dass mal so ein bisschen Hand und Fuß bekommen hat.

01:04:44: Ich glaub es ist... Ich lös für mich immer so, es ist ein ganz schwerbisches Wachstum was wir gemacht haben.

01:04:50: Langsam aber stetig und dann steht alles auf soliden

01:04:53: Füßen.

01:04:54: Treppchen für Treppchien!

01:04:56: Stimmt das auch ein gutes Sinnbild?

01:04:59: Vielleicht jetzt zum Schluss nochmal einen Schritt zurück wenn man sich jetzt überlegt also heute damals vier Konzerte pro Jahr.

01:05:06: Heute spielt das Treppen-Orchester mehr als hundertzwanzig Konzerte pro Jahr.

01:05:11: Es gab das Orchester so dass aus Rommel gar nicht gibt es das.

01:05:17: Aber was von damals ist jetzt heute noch übrig geblieben?

01:05:25: Also ich glaube tatsächlich, was ich vorhin ja auch schon gesagt habe.

01:05:31: Die Grundvision der Kern dessen, was uns wichtig ist immer gleichgeblieben Es geht um Gemeinschaft bei uns es geht um gemeinschaft mit dem Publikum lieben und wie wir Musik auch lieben lassen wollen, also dass es eine emotionale Andockung bei allen hat nämlich bei uns und beim Publikum.

01:05:57: Ich glaube die Nähe zum Theater ist immer geblieben das theatrale sozusagen dieses Geschichten erzählen wollen Menschen in so ne Welt reinnehmen wollen ja und auf jeden Fall auch der dieser diese Grund-DNA, von der wir immer sprechen, dass wir einfach Bock haben auf neue Sachen.

01:06:19: Wir wollen Sachen ausprobieren.

01:06:22: Wir können uns begeistern lassen von Ideen und Visionen die irgendwas versprechen, von denen wir noch gar nicht wissen wie es sein wird aber wir haben das Gefühl da könnte was zu gewinnen sein.

01:06:35: Ich glaube erstaunlich viel.

01:06:38: eigentlich ist es immer noch da.

01:06:41: Sehr schönes Schlusswort finde ich

01:06:44: Ja, zwanzig Jahre.

01:06:46: Treffen wir aus Orchester.

01:06:47: Wahnsinn!

01:06:48: Ja vielen Dank allen Menschen die da in allen Zeiten nehmen mir auch unglaublich viel Herzblut und Energie reingesteckt haben damit es das jetzt so geben kann wie's jetzt ist.

01:07:08: Demes nicht zuzuzufügen

01:07:09: bis zum nächsten Mal wiedersehen.

Über diesen Podcast

Diese fünf freischaffenden Musiker treten den Beweis an, dass klassische Musik nicht nur für spießige, reiche Leute interessant und - naja - eben stocksteif und prüde ist. Vier Musiker*innen des Orchester im Treppenhaus, bereits Kult weit über die Klassik hinaus, diskutieren - ob in der bewährten Viererrunde oder mit ihren Gästen über die Grenzen der klassischen Musik und die Live-Situation Konzert, öffnen Türen zu neuen Hörerlebnissen und intimen Momenten. Denn es geht auch um das Leben als freie Künstler*innen, die eigene Beziehung zur Musik und das Feuchtbiotop der Klassikszene.

von und mit Orchester im Treppenhaus

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